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Simplikios
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Simplikios von Kilikien (altgriechisch ÎŁÎčÎŒÏλίÎșÎčÎżÏ, lateinisch Simplicius; * um 480; â um 560) war ein spĂ€tantiker griechischer Philosoph der neuplatonischen Richtung. Er lebte im Oströmischen Reich und trat vor allem als Kommentator von Schriften des Aristoteles hervor, die er neuplatonisch deutete. GemÀà der im spĂ€tantiken Neuplatonismus vorherrschenden Sichtweise hielt er Aristoteles fĂŒr einen Platoniker und bemĂŒhte sich, platonische und aristotelische Lehren zu harmonisieren. Dabei ging es ihm auch um die Verteidigung der klassischen philosophischen Tradition und des religiösen Weltbilds der Neuplatoniker gegen christliche Kritik. Er erörterte die Beschaffenheit des Weltalls, bemĂŒhte sich um die Definition des Begriffs Materie, untersuchte das PhĂ€nomen Zeit und setzte sich mit dem Problem des Ursprungs der Ăbel auseinander. In seinem Kommentar zum HandbĂŒchlein des Stoikers Epiktet, einer EinfĂŒhrung in die Ethik, stellte er die begrĂŒndenden Prinzipien des aus seiner Sicht richtigen Handelns dar. Dabei legte er groĂes Gewicht auf die menschliche FĂ€higkeit zu einer selbstbestimmten LebensfĂŒhrung und verteidigte die Willensfreiheit.
Im SpĂ€tmittelalter erzielte die Aristoteles-Kommentierung des Simplikios eine betrĂ€chtliche Nachwirkung. Moderne Altertumswissenschaftler schĂ€tzen seine Schriften als wertvolle Quellen fĂŒr frĂŒhere Epochen der griechischen Philosophiegeschichte, insbesondere fĂŒr die Zeit der Vorsokratiker, denn er hatte Zugang zu einer FĂŒlle von heute verlorenem Material. Wegen seiner Gewissenhaftigkeit und GrĂŒndlichkeit in der Auseinandersetzung mit Ă€lteren Lehrmeinungen sowie seinen durchdachten Analysen und umsichtigen Stellungnahmen gilt er als einer der bedeutendsten Gelehrten seiner Zeit.
Contents
âą Leben
âą Werke
âą Lehre
âą Kosmologie
âą Raum und Materie
âą Zeittheorie
âą Ethik
âą Rezeption
âą Mittelalter
âą FrĂŒhe Neuzeit
âą Moderne
âą Ăbersetzungen
âą Literatur
âą Weblinks
âą Anmerkungen
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Leben
Simplikios stammte aus Kilikien, einer Region an der SĂŒdkĂŒste Kleinasiens;cite-ref-1[1] ansonsten ist ĂŒber seine Herkunft nichts bekannt. Seine philosophische Ausbildung erhielt er zunĂ€chst in Alexandria, wo der einflussreiche Neuplatoniker Ammonios Hermeiou sein Lehrer war. Wie Ammonios lebte Simplikios in der Tradition der alten griechischen Religion. Er gehörte also zu einer schrumpfenden Minderheit; im Oströmischen Reich herrschte schon seit langem die christliche Staatsreligion. Unter den SchĂŒlern des Ammonios waren eifrige Vertreter des paganen (âheidnischenâ) Glaubens, aber auch Christen. Ammonios ging religiösen Auseinandersetzungen aus dem Weg und bemĂŒhte sich in seiner Schule um ein relativ entspanntes VerhĂ€ltnis zwischen den Religionen.cite-ref-2[2]
SpĂ€ter begab sich Simplikios nach Athen, wo sich die paganen Neuplatoniker traditionell schĂ€rfer von ihrer christlichen Umgebung abgrenzten als in Alexandria. Sein dortiger Lehrer war Damaskios, ein entschiedener Gegner des Christentums, der ebenfalls in Alexandria bei Ammonios studiert hatte und spĂ€testens 515 der letzte Leiter (Scholarch) der neuplatonischen Philosophenschule in Athen wurde. Diese Schule, die Plutarch von Athen gegrĂŒndet hatte, nahm fĂŒr sich in Anspruch, die Tradition der Platonischen Akademie fortzusetzen. Sie blieb bis zuletzt ein Hort der paganen Religion, die fĂŒr die dortigen Philosophen untrennbar mit dem Platonismus verbunden war. Nachdem die AktivitĂ€ten der Neuplatoniker in Athen lange von den christlichen Kaisern geduldet worden waren, spitzte sich unter Kaiser Justinian der religiöse Gegensatz zu. Im Jahr 529 untersagte der Kaiser den paganen Lehrbetrieb, etwas spĂ€ter wiederholte und verschĂ€rfte er das Verbot.cite-ref-3[3] Die staatlichen MaĂnahmen fĂŒhrten zur SchlieĂung der Schule. Simplikios, Damaskios und fĂŒnf weitere Philosophen entschlossen sich zur Emigration. Vielleicht schon 531, spĂ€testens 532cite-ref-4[4] wanderten sie in das persische Sasanidenreich aus. Dort bot ihnen der seit September 531 regierende GroĂkönig Chosrau I. Zuflucht an seinem Hof in Ktesiphon, wo sie mit Toleranz rechnen konnten.cite-ref-5[5]
Chosrau nahm gegenĂŒber den Neuplatonikern und der alten griechischen Religion eine wohlwollende Haltung ein; er förderte alle Bestrebungen, die der religiösen Einheit des Oströmischen Reichs entgegenwirkten und dieses damit schwĂ€chten.cite-ref-6[6] Dennoch waren die Philosophen bald von den VerhĂ€ltnissen am persischen Hof enttĂ€uscht. Als im Herbst 532 die Oströmer mit den Persern einen âEwigen Friedenâ schlossen, bestand der GroĂkönig in einer der Klauseln des Friedensvertrags darauf, dass die Philosophen unbehelligt ins Oströmische Reich zurĂŒckkehren und dort an ihren religiösen Ăberzeugungen festhalten durften. Noch im selben Jahr verlieĂen die Neuplatoniker das Perserreich.cite-ref-7[7]
Vielleicht lieĂ sich Simplikios nun in Carrhae nieder, einer im Grenzgebiet zum Perserreich gelegenen Stadt, und grĂŒndete dort eine neue platonische Schule. Diese erstmals 1984 vom Gnosisforscher Michel Tardieu auf einem Kongress vorgetragene Hypothese hat seither betrĂ€chtlichen Anklang gefunden, ist aber auch auf Widerspruch gestoĂen. Sie stĂŒtzt sich auf Indizien wie den Umstand, dass Carrhae ein gĂŒnstiges Umfeld bot, weil in der Bevölkerung der Stadt pagane Traditionen noch stark verwurzelt waren. Zugunsten der Hypothese wird vor allem geltend gemacht, dass dort noch im Jahr 943 eine griechische Philosophenschule bestand, wie einem Bericht des zeitgenössischen Gelehrten Abu âl-កasan ÊżAlÄ« ibn al-កusain al-MasÊżĆ«dÄ« zu entnehmen ist.cite-ref-8[8] Daneben existieren in der Forschung noch weitere Vermutungen, denen zufolge Simplikios nach Athen zurĂŒckkehrte, wieder nach Alexandria zog, sich mit seinem Lehrer Damaskios in Syrien niederlieĂ oder fortan in seiner Heimatlandschaft Kilikien lebte.cite-ref-9[9]
Den GroĂteil seiner erhaltenen Werke â vielleicht sogar alle â verfasste Simplikios erst nach der RĂŒckkehr aus dem Perserreich; offenbar stand ihm weiterhin eine reichhaltige Bibliothek zur VerfĂŒgung.cite-ref-10[10] Bei der Aristoteles-Kommentierung polemisierte er heftig gegen den christlichen Philosophen Johannes Philoponos, dem er Ruhmsucht und unberechtigte Kritik an der Kosmologie des Aristoteles vorwarf. Der Angegriffene hatte wie Simplikios bei Ammonios Hermeiou studiert. Daher legte Simplikios Wert auf die Feststellung, er kritisiere Philoponos zwar hart, hege aber keinen persönlichen Groll aus der Vergangenheit gegen ihn, denn er könne sich nicht erinnern, ihm jemals begegnet zu sein.cite-ref-11[11]
Wann Simplikios starb, ist unbekannt; gewöhnlich wird angenommen, dass er um die Mitte des 6. Jahrhunderts noch lebte. Sicher ist, dass er seinen Lehrer Damaskios, der im Jahr 538 noch am Leben war, ĂŒberlebt hat.cite-ref-12[12] HĂ€ufig wird ohne weitere BegrĂŒndung ein Todesjahr um 560 angegeben.cite-ref-13[13]
Werke
Das umfangreiche, ausschlieĂlich aus Kommentaren bestehende Ćuvre des Simplikios ist nur teilweise erhalten geblieben. Zum erhaltenen Teil zĂ€hlen die Kommentare zu drei Schriften des Aristoteles: den Kategorien, der Physik und der Abhandlung Ăber den Himmel. Sie sind erst nach der RĂŒckkehr aus dem Perserreich entstanden und zeugen von der Belesenheit und Sachkenntnis des Verfassers. Der Physik-Kommentar enthĂ€lt zwei Exkurse, die in der modernen Forschung als Corollarium de tempore (âExkurs ĂŒber die Zeitâ) und Corollarium de loco (âExkurs ĂŒber den Ortâ) bezeichnet werden.cite-ref-14[14] Ferner kommentierte Simplikios die als Encheiridion (HandbĂŒchlein) verbreitete Fassung der LehrgesprĂ€che des Stoikers Epiktet. Das Encheiridion behandelt GrundsĂ€tze der Ethik, die im neuplatonischen Unterricht zur PropĂ€deutik gehörten. Die dort beschriebenen Tugenden galten den Neuplatonikern als Voraussetzung fĂŒr ein philosophisches Leben.cite-ref-15[15]
Diese Kommentare zĂ€hlen zu den wertvollsten Quellen fĂŒr die antike Philosophiegeschichte. Im Unterschied zu vielen anderen neuplatonischen Kommentarwerken handelt es sich nicht um SchĂŒlermitschriften aus Lehrveranstaltungen, sondern um Texte, die der Autor selbst schriftlich formuliert hat. Sie enthalten eine FĂŒlle von Zitaten aus heute verlorenem Schrifttum und Darstellungen von Lehrmeinungen anderer Denker, ĂŒber die anderweitig wenig oder nichts ĂŒberliefert ist. Insbesondere ist Simplikios ein erheblicher Teil der Fragmente der Vorsokratiker zu verdanken, darunter die wichtigsten wörtlich ĂŒberlieferten Stellen aus den Lehrgedichten des Parmenides (rund zwei Drittel der erhaltenen Verse) und des Empedokles. GroĂ ist auch seine Bedeutung als Vermittler von Gedankengut stoischer und peripatetischer Philosophen. Ăber die Auffassungen von Angehörigen der Platonischen Akademie sowie von Mittel- und Neuplatonikern und Pythagoreern liefert Simplikios ebenfalls zahlreiche wichtige Informationen. Manche seiner Berichte ermöglichen eine Rekonstruktion der Lehren, die in den verlorenen Schriften dieser Autoren dargelegt waren. Die AusfĂŒhrlichkeit und DetailfĂŒlle seiner Werke ist vor dem Hintergrund der damaligen VerhĂ€ltnisse zu sehen: Angesichts der GefĂ€hrdung der paganen BildungsgĂŒter durch militante christliche Kreise, die sich in der zwangsweisen SchlieĂung der Athener Philosophenschule zeigte, versuchte er den Ertrag der jahrhundertelangen BemĂŒhungen der Philosophen durch eine grĂŒndliche Darstellung fĂŒr die Zukunft zu retten.cite-ref-16[16]
Die Aristoteles-Auslegung lĂ€sst erkennen, dass Simplikios im Umgang mit den Texten, mit denen er sich befasste, sehr umsichtig und gewissenhaft verfuhr. Er berĂŒcksichtigte auch philologische Aspekte, indem er Handschriften verglich und textkritische BemĂŒhungen unternahm, um den authentischen Wortlaut zu ermitteln.cite-ref-17[17] Seine Sorgfalt bei der Auswertung seiner Quellen war fĂŒr einen antiken Philosophen auĂergewöhnlich. Als Merkmale eines guten Kommentators nannte er Unvoreingenommenheit und Vertrautheit nicht nur mit der einzelnen interpretierten Schrift, sondern mit dem Gesamtwerk und der Ausdrucksweise des Aristoteles. AusdrĂŒcklich missbilligte er AutoritĂ€tshörigkeit. Er stellte fest, ein guter Kommentator versuche nicht, alle Thesen des Aristoteles als richtig zu erweisen, als ob dieser unfehlbar wĂ€re.cite-ref-18[18] Zwar schĂ€tzte er Aristoteles und betrachtete ihn als Platoniker, doch wahrte er Distanz, prĂŒfte die aristotelischen Argumente und nahm teils zustimmend, teils ablehnend Stellung. Dabei setzte er sich auch mit den Ansichten frĂŒherer Kommentatoren wie Alexander von Aphrodisias und Iamblichos von Chalkis auseinander. Er berichtete ĂŒber die Positionen seiner VorgĂ€nger, deren Werke heute zum Teil verloren sind, und untersuchte sie auf ihre PlausibilitĂ€t. Kritik an Thesen anerkannter AutoritĂ€ten ĂŒbte er, wo es ihm nötig schien. Als besten Aristoteles-Kommentator bezeichnete er den Peripatetiker Eudemos von Rhodos,cite-ref-19[19] aus dessen heute verlorener Physik er viel Material durch seine Zitate fĂŒr die Nachwelt gerettet hat. Seine eigene Leistung schĂ€tzte er mit Bescheidenheit ein.cite-ref-20[20]
Ein nicht erhaltener spĂ€tantiker Kommentar zum ersten Buch der Elemente Euklids (oder zumindest zu den Definitionen, Postulaten und Axiomen am Beginn des ersten Buches) wurde im Mittelalter Simplikios zugeschrieben und wird auch heute zu seinen authentischen Werken gezĂ€hlt. Exzerpte daraus sind in einem mittelalterlichen arabischen Euklid-Kommentar ĂŒberliefert.cite-ref-21[21] Verloren sind auch Simplikiosâ Kommentare zur Meteorologie des Aristotelescite-ref-22[22] und zu einer Schrift des Iamblichos ĂŒber die Pythagoreer.cite-ref-23[23] Ferner gibt es Indizien dafĂŒr, dass er Kommentare zu Platons Dialog Phaidon und zu einem Rhetorikhandbuch des Hermogenes von Tarsos verfasst hat.cite-ref-24[24]
Traditionell wird Simplikios auch ein erhaltener Kommentar zu Aristotelesâ Schrift Ăber die Seele (De anima) zugeschrieben. Diese Zuschreibung wird von Ilsetraut Hadot und einigen anderen Wissenschaftlern verteidigt,cite-ref-26[26] jedoch dominiert in der neueren Forschung die Meinung, dass das Werk von einem anderen Neuplatoniker stammt.cite-ref-27[27] Umstritten ist der Vorschlag, den Kommentator, der âPseudo-Simplikiosâ genannt wird, mit Priskianos Lydos zu identifizieren. FĂŒr Autorschaft des Priskianos plĂ€dieren Carlos Steelcite-ref-28[28] und Matthias Perkams.cite-ref-29[29] Gegen ihre These â ebenso wie gegen die traditionelle Einordnung unter die Werke des Simplikios â wenden sich John F. Finamore und John M. Dillon,cite-ref-30[30] Henry J. Blumenthalcite-ref-31[31] und Pamela Margaret Huby.cite-ref-32[32] Zwar erwĂ€hnt der Kommentator zwei weitere Werke, die er verfasst habe, doch sind diese heute verloren und tragen daher zu seiner Identifizierung nichts bei. Es handelt sich um einen Kommentar zur Metaphysik des Aristoteles und einen Auszug aus der Physik Theophrasts oder einen Kommentar zu einem von Theophrast selbst stammenden Auszug aus diesem Werk. Diese beiden Schriften werden bei der traditionellen Zuschreibung des De anima-Kommentars zu den verlorenen Werken des Simplikios gezĂ€hlt. Mögliche Spuren eines verlorenen Metaphysik-Kommentars des Simplikios in byzantinischen Scholien sind in ihrer ZuverlĂ€ssigkeit umstritten.cite-ref-33[33] Der Verfasser des erhaltenen De anima-Kommentars, um wen auch immer es sich handelte, bemĂŒhte sich in seinem Text zu zeigen, dass Aristoteles mit zentralen Thesen der platonischen Seelenlehre ĂŒbereingestimmt habe.cite-ref-34[34]
Lehre
Ein Hauptanliegen des Simplikios war die Harmonisierung der platonischen und der aristotelischen Philosophie. Diese BemĂŒhung entsprach dem im spĂ€tantiken Neuplatonismus verbreiteten Bestreben, die namhaftesten AutoritĂ€ten der als klassisch geltenden paganen Tradition als Vertreter ein und derselben ehrwĂŒrdigen Lehre darzustellen. Die systematische Darlegung dieser Lehre sollte eine ĂŒberlegene Alternative zum Christentum bieten. Zugleich sollte damit das christliche Argument, die paganen Denker seien untereinander verschiedener Meinung und daher nicht im Besitz der Wahrheit, entkrĂ€ftet werden. In diesem Sinne wurden die Differenzen zwischen Platonismus und Aristotelismus von manchen Neuplatonikern heruntergespielt. Simplikios vermittelte seinen Lesern den Eindruck, die EinwĂ€nde des Aristoteles gegen Lehren Platons betrĂ€fen nicht deren sachlichen Kern, sondern nur bestimmte Formulierungen. Auch sonst postulierte er eine fundamentale Ăbereinstimmung der Kernideen der bedeutenden philosophischen Lehrer und Richtungen, soweit sie mit dem neuplatonischen Weltbild vereinbar zu sein schienen. Im Zweifelsfall entschied er sich fĂŒr eine harmonisierende Auslegung. Wo dies nicht möglich war, bezog er klar Stellung, etwa mit seiner Ablehnung des Materialismus der Stoiker.cite-ref-35[35]
Seine Herangehensweise erlĂ€uterte Simplikios anlĂ€sslich seiner Auseinandersetzung mit der philosophischen Bestimmung der Zeit: Es komme nicht darauf an, die Ansicht des Aristoteles zu diesem Problem zu kennen; vielmehr mĂŒsse man erst erkennen, was die Zeit tatsĂ€chlich sei. Dann könne man davon ausgehend an die Einsichten des Aristoteles nĂ€her herankommen.cite-ref-36[36]
Kosmologie
In der Astronomie setzte Simplikios wie Aristoteles das in der Antike vorherrschende geozentrische Weltbild voraus. Er glaubte, die Erde befinde sich ruhend in der Mitte des Universums. Hinsichtlich der Gestirnbewegungen wich er aber vom aristotelischen Modell ab, das durchsichtige, konzentrisch um die Weltmitte angeordnete, sich gleichförmig drehende Hohlkugeln (SphĂ€ren) vorsieht, an denen die Gestirne befestigt sind. Durch diese Befestigung werden dem Modell zufolge die Himmelskörper in ihren stets gleichbleibenden Kreisbahnen gehalten. Simplikios meinte, dieses Konzept sei durch die bei Ptolemaios dargelegten spĂ€teren astronomische Erkenntnisse teilweise ĂŒberholt. Aber auch das Modell des Ptolemaios hielt er nicht fĂŒr die endgĂŒltige Lösung. Er war der Ansicht, keine der bisherigen Theorien biete eine befriedigende Darstellung und ErklĂ€rung der Planetenbewegungen, keine sei notwendigerweise und nachweislich richtig. Auch seine eigene Theorie erfĂŒllte seine Kriterien fĂŒr einen wissenschaftlichen Beweis nicht. Im Gegensatz zu Aristoteles nahm er eine Achsenrotation sĂ€mtlicher Himmelskörper an und hielt deren Kreisbewegungen nicht fĂŒr homozentrisch. Nach seiner Vorstellung dreht sich nur die FixsternsphĂ€re um das Zentrum des Weltalls. Die Planeten, zu denen man in der Antike auch die Sonne und den Mond zĂ€hlte, fĂŒhren eine komplexere Bewegung aus, die mindestens eine Kreisbewegung einschlieĂt, deren Mittelpunkt nicht die Erde ist.cite-ref-37[37]
Aristoteles meinte, das Weltall befinde sich nicht an einem Ort. Es sei nicht lokalisierbar, denn auĂerhalb des kugelförmigen Himmels, der von nichts umgeben und begrenzt sei, gebe es keine Wirklichkeit. Dieser Auffassung widersprach Simplikios. Er machte geltend, die Kreisbewegung der Himmelskugel sei nach der aristotelischen Lehre eine örtliche Bewegung, also eine Ănderung des Orts, und dies setze voraus, dass der Himmel sich an einem Ort befinde.cite-ref-38[38] Den Grund fĂŒr den Irrtum des Aristoteles sah Simplikios in der UnzulĂ€nglichkeit der aristotelischen Definition des Begriffs âOrtâ. Aristoteles hatte den Ort als die Grenze zwischen einem Umfassenden und einem Umfassten definiert. Damit bestimmte er ihn als zweidimensionale OberflĂ€che. Demnach konnte der von nichts umfasste Himmel keinen Ort haben. Simplikios fragte, ob unter âUmfassenâ ein UmhĂŒllen von auĂen oder ein Durchdringen des Umfassten zu verstehen sei. Beides fĂŒhre zu einem Widerspruch: Wenn das Umfassende das Umfasste durchdringe, sei der Ort nicht die Grenze; wenn der Ort das Umfasste nur umhĂŒlle, sei nur die OberflĂ€che des Umfassten und nicht dieses selbst an einem Ort, was widersinnig sei.cite-ref-39[39] Dem Konzept des Aristoteles stellte Simplikios sein eigenes OrtsverstĂ€ndnis entgegen. Diesem zufolge ist der Ort ein Raum (ÏÏÏα cháčra) und ein âGefĂ€Ăâ (áœÏοΎοÏÎź hypodocháž),cite-ref-40[40] eine ausgebreitete RealitĂ€t, die alle Teile eines an dem Ort befindlichen Dinges betrifft. Er ist kein Hohlraum und auch nicht â wie Proklos meinte â ein immaterieller Körper, sondern materiell und ausgedehnt. Die Materie des Ortes ist nicht dieselbe wie die des Körpers, der sich am Ort befindet; vielmehr handelt es sich um zwei verschiedene Arten von Materie. Darin liegt keine Unstimmigkeit, denn aus Simplikiosâ Sicht steht nichts einer gegenseitigen Durchdringung zweier Materien entgegen.cite-ref-41[41] Der Ort ist kein Akzidens, keine Eigenschaft von etwas (wie etwa die rĂ€umliche Ausdehnung, die ein Ding als eine seiner Eigenschaften aufweist und die in der Kategorienlehre unter QuantitĂ€t fĂ€llt). Vielmehr ist er selbst eine ausgedehnte Ousia (âSeiendheitâ, oft mit âSubstanzâ ĂŒbersetzt). In der Weltordnung spielt er eine wichtige Rolle, denn er ist das MaĂ, das jedem Körper dessen Stellung zuteilt und innerhalb der Körper deren Teile ordnet. Somit ist der Ort kein neutraler Raum, in dem sich zufĂ€llig Objekte befinden, sondern er ist das Prinzip der geordneten Struktur des gesamten Kosmos und jedes einzelnen Dings. Er nimmt nicht passiv Dinge auf, sondern gestaltet die VerhĂ€ltnisse machtvoll.cite-ref-42[42]
Simplikios hielt wie Aristoteles die rĂ€umliche Ausdehnung des Universums fĂŒr endlich. Er verteidigte die aristotelische Lehre von der Anfangslosigkeit und Unzerstörbarkeit des Kosmos gegen die Position des Philoponos, der als Christ eine Schöpfung als zeitlichen Beginn und einen kĂŒnftigen Weltuntergang annahm und seine Auffassung philosophisch begrĂŒndete. Eines der Argumente des Philoponos lautete: Wenn die Welt keinen zeitlichen Anfang hat, muss bereits eine unendliche Anzahl von Tagen vergangen sein. Wenn aber die Anzahl der Tage, aus denen die Vergangenheit besteht, endlos ist, hĂ€tte der heutige Tag nie erreicht werden können, denn damit wĂ€re eine Aufeinanderfolge von unendlich vielen Tagen an ein Ende gekommen. Dagegen brachte Simplikios vor, die verflossenen Jahre seien, da sie der Vergangenheit angehörten, nicht mehr existent; es handle sich also nicht um die von Aristoteles ausgeschlossene Durchquerung einer Menge von unendlich vielen real â nicht nur potentiell â existierenden Einheiten. Dieses Gegenargument ist allerdings nicht stichhaltig, da eine wirkliche Aufeinanderfolge der vergangenen Jahre stattgefunden hat und die Verflossenheit der Jahre nichts an der realen Unendlichkeit ihrer Anzahl Ă€ndert. Im Rahmen der Vorgabe des aristotelischen Systems, das nur potentielle Unendlichkeit zulĂ€sst, ist das Argument des Philoponos aus heutiger Sicht zwingend. Offen bleibt aber die Frage, ob die Möglichkeit einer unendlichen Vergangenheit auch auĂerhalb des aristotelischen UnendlichkeitsverstĂ€ndnisses logisch ausgeschlossen ist. DarĂŒber wird weiterhin kontrovers diskutiert.cite-ref-43[43]
An AusfĂŒhrungen des Aristoteles anknĂŒpfend unterschied Simplikios zwischen den Vorgehensweisen zweier Arten von Naturforschern: des âPhysikersâ (physikĂłs), womit er einen Naturphilosophen meinte, und des âMathematikersâ, das heiĂt eines Nichtphilosophen, der physikalische Gegebenheiten mit mathematischen Mitteln zu erfassen versucht. Ein Spezialfall eines solchen âMathematikersâ ist der Astronom. Beide Forscherarten untersuchen denselben Gegenstand, aber auf unterschiedliche Weise. Der âPhysikerâ fragt nach der Natur von SphĂ€ren und Himmelskörpern, er betrachtet sie unter qualitativem Gesichtspunkt, wĂ€hrend sich der Astronom mit quantitativen Gesichtspunkten befasst und sich dabei auf eine arithmetische und geometrische Argumentation stĂŒtzt. Der âPhysikerâ fragt nach KausalzusammenhĂ€ngen, der Astronom beschrĂ€nkt sich auf ein Beschreiben, das den beobachteten PhĂ€nomenen gerecht werden soll, ohne dass diese kausal erklĂ€rt werden. Simplikios hielt die naturphilosophische, âphysikalischeâ Vorgehensweise fĂŒr die allein wissenschaftlich ertragreiche. Er meinte, die Astronomen sollten sich nicht mit dem Ersinnen von âHypothesenâ â bloĂen Rechenregeln zur âRettung der PhĂ€nomeneâ â begnĂŒgen, sondern eine durch kausale Argumentation gut begrĂŒndete physikalische Theorie zur Ausgangsbasis ihrer Ăberlegungen machen. Nur eine so fundierte Astronomie könne wirkliche Erkenntnisse liefern. Sie mĂŒsse in der Lage sein, alle beobachteten PhĂ€nomene zu erklĂ€ren, darunter scheinbare Schwankungen der GröĂe von Himmelskörpern.cite-ref-44[44]
Schon Aristoteles hatte die Ansicht vertreten, die Mathematik als ĂŒbergeordnete Wissenschaft dĂŒrfe einer untergeordneten Wissenschaft wie der Astronomie Axiome liefern und sei fĂŒr die BegrĂŒndung und ErklĂ€rung der astronomischen Gegebenheiten, der PhĂ€nomene, zustĂ€ndig. Die ĂŒbergeordnete Wissenschaft kenne die Ursachen, die untergeordnete nur die Fakten. Diesem Grundsatz folgend verwendete Aristoteles geometrische Definitionen und Einsichten fĂŒr seine kosmologischen AusfĂŒhrungen. Gegen sein Argumentationsverfahren wandte sich Philoponos. Er meinte, ein auf die Physik bezogenes mathematisches Argument könne durch den Hinweis auf die Beschaffenheit der physikalischen RealitĂ€t entkrĂ€ftet werden, denn diese schrĂ€nke die mathematische Möglichkeit so weit ein, dass das Argument seinen Grund verliere. Somit seien mathematische Prinzipien in der physikalischen Welt nicht uneingeschrĂ€nkt anwendbar. Bei Simplikios stieĂ diese Ansicht auf vehemente Kritik. Er forderte einen unbehinderten Ăbergang von der Physik zu ihren mathematischen Prinzipien und umgekehrt eine uneingeschrĂ€nkte Anwendung mathematischer Prinzipien auf die Physik und insbesondere auf die Astronomie. Eine deduktive BeweisfĂŒhrung hielt er fĂŒr wichtiger als die Gewinnung von Einsichten durch Induktion. DemgemÀà prĂ€sentierte er die aristotelische Kosmologie als ein streng deduktives System.cite-ref-45[45]
Raum und Materie
Eines der Probleme, mit denen sich Simplikios bei der Kommentierung von Aristotelesâ Physik zu befassen hatte, war das VerhĂ€ltnis der amorphen Urmaterie zum Raum. HierfĂŒr war der Grundlagentext der Neuplatoniker Platons Dialog Timaios. Dort werden die kosmologischen ZusammenhĂ€nge im Rahmen einer SchöpfungserzĂ€hlung dargestellt. Nach der neuplatonischen Interpretation ist aber mit der Schöpfung kein realer zeitlicher Ursprung des Kosmos gemeint; vielmehr hat Platon nur aus didaktischem Grund ĂŒberzeitliche KausalzusammenhĂ€nge fiktiv auf eine zeitliche Ebene projiziert, um sie fĂŒr das zeitgebundene menschliche Denken besser erfassbar zu machen. Nach dem Bericht im Timaios hat der Schöpfergott, der Demiurg, die Urmaterie nicht aus dem Nichts geschaffen, sondern vorgefunden. Sie befand sich, bevor er seine TĂ€tigkeit begann, in einem Zustand chaotischer Bewegung. Es gab schon vor der Schöpfung ein unsichtbares, formloses Substrat, das gewissermaĂen der âOrtâ der regellosen Bewegung der Urmaterie war: die cháčra. Dieses Wort bezeichnet im Altgriechischen den Raum, daher wird der Ausdruck auch in diesem philosophischen Zusammenhang gewöhnlich mit âRaumâ ĂŒbersetzt. Darunter ist jedoch nicht ein potentiell leerer Raum zu verstehen. Vielmehr hat die chora sowohl rĂ€umlichen als auch materiellen Charakter, sodass man von âRaum-Materieâ sprechen kann. Der Raum kann nur begrifflich, nicht real von seinem materiellen Inhalt getrennt werden. Die Aufgabe von Platons Schöpfer bestand darin, die formlose Urmaterie durch EinfĂŒhrung von Formen zu gestalten und aus dem Chaos einen sinnvoll geordneten Kosmos zu schaffen.cite-ref-46[46]
Aristoteles, der die Vorstellung einer zeitlichen Erschaffung der Welt ablehnte, befasste sich aus einer anderen Perspektive als Platon mit der Frage der Urmaterie. Nach seinem Konzept ist die Urmaterie das erste âZugrundeliegendeâ (Hypokeimenon), das Substrat oder Subjekt aller Eigenschaften in einem Körper. Wenn man von einem Körper gedanklich alle seine Eigenschaften wegnimmt, bleibt nach aristotelischem VerstĂ€ndnis nichts ĂŒbrig auĂer dem Subjekt, das von diesen Eigenschaften bestimmt wird, und das ist die eigenschaftslose Urmaterie. Aus den AusfĂŒhrungen des Aristoteles geht aber nicht klar hervor, wie er sich das vorgestellt hat. Jedenfalls kritisierte er das platonische Konzept. Er meinte, man könne dem Ort nicht die Funktion der Materie zuweisen, denn der Ort sei unbeweglich und daher von einem beweglichen Ding trennbar, wĂ€hrend die Materie des Dings von diesem untrennbar sei. Man dĂŒrfe den Ort nicht mit Ausdehnung gleichsetzen. Offenbar betrachtete Aristoteles die Materie entweder als Ausdehnung oder als der Ausdehnung Ă€hnlich, zumindest unter dem Gesichtspunkt, dass sie ebenso wie die Ausdehnung durch Eigenschaften, die sie erhĂ€lt, eine Bestimmung bekommen muss.cite-ref-47[47]
Da weder Platon noch Aristoteles ein klares, ausgearbeitetes Konzept der Urmaterie vorgelegt hatte, blieb fĂŒr die antiken Denker zu klĂ€ren, was man sich unter der Materie als Subjekt der Eigenschaften eines Körpers vorzustellen hatte. Die Frage nach dem Subjekt der physikalischen Eigenschaften wird bis zur Gegenwart in der Naturphilosophie kontrovers diskutiert. Die Lösung, die Simplikios befĂŒrwortete und fĂŒr die des Aristoteles hielt, war die Gleichsetzung der Urmaterie mit einer unbestimmten dreidimensionalen Ausdehnung. Nach seinem VerstĂ€ndnis gehören zu den Eigenschaften, die man einem Ding gedanklich wegnehmen muss, um zur Urmaterie zu gelangen, dessen bestimmte LĂ€nge, Breite und Tiefe. Was nach der Entfernung aller Eigenschaften als erstes Subjekt oder Urmaterie ĂŒbrig bleibt, ist ein unbestimmtes Ausgedehntsein. Ein solches kommt allerdings in der physischen Wirklichkeit nicht vor, denn real existierende materielle Objekte haben immer eine bestimmte Ausdehnung. Die Besonderheit dieses Konzepts des Simplikios besteht darin, dass die Ausdehnung nicht wie ĂŒblich als eine der Eigenschaften eines Objekts aufgefasst wird, sondern selbst zum Subjekt von Eigenschaften gemacht wird. Indem die Urmaterie als unbestimmte Ausdehnung definiert wird, verliert sie den mysteriösen Charakter, den sie bei Aristoteles noch hat.cite-ref-48[48]
Zeittheorie
Simplikios bemĂŒhte sich eingehend um ein VerstĂ€ndnis des PhĂ€nomens Zeit. Er fasste die Zeit als Abbild des Aion, der âEwigkeitâ, auf. AuĂerdem unterschied er zwischen der flieĂenden, physischen Zeit und einer metaphysischen âersten Zeitâ, die er als Vorbedingung der physischen Zeit betrachtete. Die physische Zeit bestimmte er als MaĂ des Seins des Bewegten. Die erste Zeit ist in seiner Theorie diejenige Instanz, welche die physische Zeit ordnet und bemisst. Sie ermöglicht den Fluss der physischen Zeit und bewirkt den geregelten Charakter der AblĂ€ufe. Durch die erste Zeit erhĂ€lt das in Werden und Bewegung Befindliche seine relative Einheit. Die flieĂende Zeit ist von sich aus nicht in der Lage, diese Einheit zu vermitteln und die Entwicklung des sich Wandelnden zu ordnen. Somit steht die erste Zeit als Ursache in der ontologischen Rangordnung ĂŒber der von ihr abhĂ€ngigen flieĂenden Zeit, doch ist sie nicht mit dem Aion gleichzusetzen. Der SchlĂŒssel zu ihrem VerstĂ€ndnis liegt in ihrem VerhĂ€ltnis zur Weltseele, denn sie ist der Weltseele als Prinzip von deren Einheit und Ordnung zugeordnet.cite-ref-49[49]
Simplikios versuchte die von Aristoteles erörterten Paradoxa der Zeit aufzulösen. Dabei handelt es sich um Aporien, scheinbare oder wirkliche Sackgassen, in die man gerĂ€t, wenn sich aus Aussagen, die als zutreffend akzeptiert worden sind, unannehmbare Konsequenzen ergeben. Nach der EinschĂ€tzung des Simplikios ist es weder Aristoteles noch einem der spĂ€teren Denker gelungen, das Problem der Zeitparadoxa zu lösen. Eines der Paradoxa lautet: Die Zeit ist teilbar. Etwas Teilbares kann nur existieren, wenn es existierende Teile hat. Die Zeit hat aber keine existierenden Teile, denn die Vergangenheit existiert nicht mehr, die Zukunft noch nicht, und die Gegenwart ist kein Teil der Zeit, da sie ein ausdehnungsloser Zeitpunkt ist und die Zeit nicht aus Zeitpunkten zusammengesetzt ist. Also gibt es keine Zeit. Ein anderes Paradox besteht darin, dass jeder Moment aufhören muss zu existieren, aber es prinzipiell keinen Zeitpunkt geben kann, zu dem das geschieht. Weder kann der Moment aufhören zu existieren, wĂ€hrend er noch existiert, noch kann er erst im nĂ€chsten Moment aufhören zu existieren, denn jeder Moment setzt das Ende des vorherigen voraus. Einen ânĂ€chstenâ Moment kann es gar nicht geben, da ausdehnungslose Momente ebenso wie geometrische Punkte auf einer Linie nicht aneinander angrenzen. Simplikios hielt es fĂŒr notwendig, die Problematik der Paradoxa zu klĂ€ren, um ein vollstĂ€ndiges VerstĂ€ndnis der Zeit zu gewinnen. Aus den Paradoxa ergebe sich nicht nur, dass es keine zeitliche Ausdehnung gebe, sondern auch, dass es nicht einmal das unausgedehnte Jetzt geben könne. Wenn dafĂŒr keine Lösung gefunden werde, werde sich niemand davon ĂŒberzeugen lassen, dass Zeit existiere.cite-ref-50[50]
Ein Lösungsansatz des Damaskios, der bei Simplikios beschrieben ist, bestreitet die Existenz ausdehnungsloser Momente und spricht dem Jetzt als kleinster, unteilbarer Zeiteinheit eine Existenz als wirkliche Gegenwart zu. Der Zeitfluss wird dabei als sprunghaft vorgestellt. So wird die Gegenwart zu einem echten Teil der Zeit. Simplikios konnte sich aber mit dem Gedanken der Sprunghaftigkeit nicht anfreunden.cite-ref-51[51] Er hielt an der von Aristoteles postulierten kontinuierlichen, nicht gequantelten Zeit fest. Die Möglichkeit einer instantanen (keine Zeit benötigenden) akzidentellen VerĂ€nderung an einer Substanz in einem materiellen Substrat schloss er aus. Eine substantielle Ănderung â die Ănderung der Substanz selbst durch das Erscheinen einer neuen Form in dem materiellen Substrat â betrachtete er zwar als instantan, doch sah er darin nur den Abschluss eines vorbereitenden Prozesses, der zuvor in der Materie ablaufe und kontinuierlich sei. Ebenso beurteilte er die relationale VerĂ€nderung â etwa die Ănderung der gegenseitigen Position zweier Körper â, die er im Gegensatz zu Aristoteles nicht fĂŒr akzidentell hielt.cite-ref-52[52]
Simplikios war der Ansicht, das Jetzt sei teillos und eigenschaftslos, aber nicht bestimmungslos; er sah darin das Konstruktionsprinzip der KontinuitĂ€t und setzte das Prinzip der Zeitgestalt mit dem Prinzip der KontinuitĂ€t gleich. Die primĂ€re Gegebenheit ist in seiner Zeittheorie die KontinuitĂ€t, nicht die zahlenmĂ€Ăige Ordnung der Zeit. Darin unterscheidet sich seine Position von der des Aristoteles, der zufolge die zeitliche Abgrenzung, die Strukturierung der Zeit durch ein âFrĂŒherâ und âSpĂ€terâ eine mathematische und physikalische RealitĂ€t ist, wenngleich ihre physikalische Existenz schwer nachzuweisen und zu verifizieren ist.cite-ref-53[53] Zum Problem der Paradoxa vertrat Simplikios die Auffassung, die physische Zeit sei zwar beliebig teilbar, aber nur in der Vorstellung, nicht in Wirklichkeit. Die Aufteilung der Zeit in Momente beschreibe nicht die RealitĂ€t, sondern sei nur ein gedankliches Konstrukt. Die Paradoxa entstĂŒnden dadurch, dass die vorgestellten Teile mit realen gleichgesetzt wĂŒrden. Dabei werde die Zeit wie ein statisch Seiendes aufgefasst, doch habe sie ihre Wirklichkeit im Fluss des Werdens. Der Grund der Entstehung der Paradoxa liegt fĂŒr Simplikios in der Natur der menschlichen Seele, welche die Zeit betrachtet. Die Seele steht zwischen dem Reich des ĂŒberzeitlichen, unverĂ€nderlichen Seins und dem des Wandels. Sie hat denkend Zugang zu beiden, wobei sie aber zunĂ€chst die Seinsweise ihres Denkobjekts ihrer eigenen gleichsetzt und damit dessen Wirklichkeit nur teilweise erfasst. Von den festen Begriffen ihres Denkens her hat sie zunĂ€chst keinen Zugang zum Wandel und zur Zeit, in der er sich vollzieht. Erst durch Einsicht in ihre eigene Natur kann sie den Unterschied zwischen ihrer Seinsweise und derjenigen der entstehenden und vergehenden Dinge erfassen und die Besonderheit des Werdenden und der Zeit begreifen.cite-ref-54[54]
Die Natur der Seele und die Entstehung der Ăbel
Die Neuplatoniker waren entschiedene Vertreter eines monistischen Weltbilds. Sie waren der Ăberzeugung, es gebe nur ein einziges Urprinzip, âdas Eineâ, das als alleiniger Ursprung alles Seienden und Guten zu betrachten sei. Daher bekĂ€mpften sie den Dualismus, der ein eigenstĂ€ndiges Prinzip des Schlechten als Gegenpol des Guten und Ursache der Ăbel annimmt und damit die Einheitlichkeit der RealitĂ€t bestreitet. Auch Simplikios nahm zu diesem Problem Stellung und verteidigte den neuplatonischen Monismus. In seinem Epiktet-Kommentar argumentierte er gegen den ManichĂ€ismus, eine seit dem 3. Jahrhundert verbreitete religiöse Lehre, die eine dezidiert dualistische ErklĂ€rung des Schlechten bot. Er hatte persönlichen Kontakt mit einem ManichĂ€er, der ihm ĂŒber seinen Glauben Auskunft gab.cite-ref-55[55]
Dem absoluten Dualismus der ManichĂ€er zufolge gibt es ein Reich des Guten und eines des Bösen. Diese stehen einander seit jeher als unversöhnliche Widersacher gegenĂŒber und befinden sich in stĂ€ndigem Kampf. Simplikios griff die Kosmogonie der ManichĂ€er an, ihre Lehre von der Entstehung des Kosmos, nach der die Erschaffung der Welt einen Teil dieses Konflikts darstellt. Im Rahmen seiner WiderlegungsbemĂŒhungen warf er ihnen vor, ihre ErzĂ€hlungen seien keine echten Mythen, sondern MonstrositĂ€ten. AuĂerdem hĂ€tten sie nicht begriffen, dass mythische Darstellungen nicht im buchstĂ€blichen Sinn wahr seien, sondern symbolisch zu deuten seien.cite-ref-56[56]
Dem Schlechten (kakĂłn) wies Simplikios, der traditionellen Ăberzeugung der Neuplatoniker folgend, keine echte RealitĂ€t zu. Es sei nur eine âBeraubungâ, eine Entbehrung des Guten. Eine âNatur des Ăbelsâ gebe es nicht. In Wirklichkeit sei alles Schlechte als Mangel an Gutem erklĂ€rbar. Dem manichĂ€ischen Dualismus stellte Simplikios die platonische, auch von Aristoteles geteilte Ăberzeugung entgegen, jedes Streben ziele auf etwas wirklich oder vermeintlich Gutes ab. Niemand wolle vorsĂ€tzlich etwas Schlechtes als solches. Nach diesem VerstĂ€ndnis gelangt man dann zu etwas Schlechtem und SchĂ€dlichem, wenn man nach einem scheinbaren Gut strebt und dabei ein Ăbel miterwirbt, weil man dessen Schlechtigkeit entweder nicht erkennt oder um des guten Ziels willen in Kauf nimmt. So lĂ€sst sich jede Handlung, die im Ergebnis zu etwas Schlechtem fĂŒhrt, dadurch erklĂ€ren, dass der Handelnde zwar etwas Gutes und NĂŒtzliches erlangen wollte, aber sich dabei verirrt und das eigentlich Angestrebte verfehlt hat. Fehlentscheidungen und Schlechtigkeit eines Menschen sind somit nur die Folgen eines Mangels an Einsicht, nicht einer bösen Natur in ihm. Sogar wenn es etwas von Natur aus Schlechtes gĂ€be, wĂŒrde dieses um des eigenen Nutzens willen handeln, also wegen etwas Gutem. Dies wird sogar im Weltbild der ManichĂ€er vorausgesetzt, wie Simplikios ihnen vorhielt: Nach ihrem Mythos strebt das Reich des Bösen im Kampf gegen das Gute danach, von diesem einen Nutzen fĂŒr sich zu erlangen; also will es â so Simplikios â eigentlich etwas Gutes, obwohl es angeblich absolut schlecht ist. Demnach strebt das absolut Böse nach dem, was seiner eigenen Natur entgegengesetzt ist. Diese Annahme war fĂŒr Simplikios absurd.cite-ref-57[57]
Aus der Sicht des Simplikios geht auch der Irrtum der ManichĂ€er auf ein eigentlich gutes, berechtigtes Anliegen zurĂŒck: Sie haben das Schlechte zu einem eigenstĂ€ndigen Prinzip erhoben, um es nicht auf Gott zurĂŒckfĂŒhren zu mĂŒssen. So wollten sie vermeiden, der absolut guten Gottheit die Verursachung des Bösen zuzuschreiben. Dabei sind sie aber âauf der Flucht vor dem Rauch ins Feuer gefallenâ; der scheinbare Ausweg ist ihnen zum VerhĂ€ngnis geworden, denn sie haben damit eine widersinnige Position eingenommen. Nach ihrer Behauptung hat sich nĂ€mlich das Gute im Kampf freiwillig der Einwirkung der gegnerischen Macht ausgesetzt und dabei Verluste erlitten. Das ist nach der Argumentation des Simplikios absurd: Wenn sich das Gute so verhielte, wĂ€re es unvernĂŒnftig und unfĂ€hig und somit schlecht. Ein wirklich absolut Gutes kann sich gar nicht auf einen Kampf einlassen; es ist fĂŒr alles Schlechte unerreichbar. Die manichĂ€ische Vorstellung eines Kampfes zweier Urprinzipien setzt voraus, dass das eine Prinzip das andere angreift, also in dessen Bereich vordringt. Das ist aber bei Prinzipien, die einander von Natur aus absolut entgegengesetzt sind, unmöglich, denn das eine mĂŒsste beim Kontakt mit dem anderen entweder seine Natur Ă€ndern oder vernichtet werden. Beides ist per Definition ausgeschlossen. Ăberdies warf Simplikios den ManichĂ€ern vor, ihre Weltdeutung nehme dem Menschen den Bereich dessen, was in seine ZustĂ€ndigkeit falle, denn sie enthebe ihn der Verantwortung fĂŒr seine ethischen Entscheidungen. Wenn ein ewiges, mĂ€chtiges Prinzip des Bösen die Ursache der Ăbel sei, dann sei es auch der Grund fĂŒr menschliche Fehler. Schlechte Handlungen eines Menschen seien dann nicht mehr auf ihn selbst zurĂŒckzufĂŒhren, denn er sei in diesem Fall einem ĂŒbermĂ€chtigen Einfluss ausgesetzt und seine Selbstbestimmung sei aufgehoben.cite-ref-58[58]
Nach Simplikiosâ VerstĂ€ndnis ist der Mensch dem Schlechten niemals hilflos ausgeliefert; er kann sich stets fĂŒr das Gute, das seiner Naturanlage entspricht, entscheiden. Ăberdies ist der Bereich, in dem Schlechtes tatsĂ€chlich vorkommt, eng begrenzt. BeeintrĂ€chtigungen, die den Körper betreffen, zĂ€hlen nicht zum Schlechten im eigentlichen Sinn, und das Vorhandensein oder Fehlen materieller GĂŒter ist unwesentlich. Materielle Zerfallsprozesse sind ebenso notwendig wie Entstehungsprozesse und im Rahmen der Weltordnung sinnvoll. Das Wechselspiel von Zusammensetzung und Auflösung der Körper ist an sich nichts Schlechtes; wenn man es aus einer höheren Perspektive betrachtet und das Ganze ins Auge fasst, erweist es sich als Notwendigkeit. Wirklich schlimm sind nur seelische Fehlhaltungen, denn nur auf die unsterbliche Seele kommt es an, nicht auf den vergĂ€nglichen Körper. Somit existiert echtes Ăbel weder in der Natur, die den Menschen umgibt, noch in seinen LebensumstĂ€nden, sondern nur in seiner Seele, und dort kann es durch Erkenntnis und eine philosophische Lebensweise ausgeschaltet werden. AuĂerdem sind auch physische UnzulĂ€nglichkeiten auf einen relativ kleinen Teil des Kosmos beschrĂ€nkt. Sie kommen nur im irdischen Bereich vor, denn nur dort finden die Prozesse des Entstehens, Wandels und Vergehens statt, die das Auftreten physischer MĂ€ngel ermöglichen. GemÀà dem damaligen Weltbild der paganen Philosophen glaubte Simplikios, das Werden und Vergehen spiele sich ausschlieĂlich im âsublunarenâ Raum â unterhalb des Mondes â ab. Den ganzen Himmel oberhalb der MondsphĂ€re betrachtete er als eine vollkommene Region, der alles Schlechte fremd sei.cite-ref-59[59]
In der Seelenlehre unterschied Simplikios drei Arten von Seelen:cite-ref-60[60]
âą die âerstenâ Seelen, deren Wohnsitze sich oberhalb der MondsphĂ€re im Bereich der unvergĂ€nglichen Körper befinden. Sie steigen niemals zur Erde hinab und kennen keinerlei Ăbel. Da sie ungehindert ihrer eigenen Natur folgen, sind sie ausschlieĂlich auf das unvergĂ€ngliche Gute ausgerichtet. Daher können sie keine Fehlentscheidungen treffen. In ihnen sind keine Regungen, die sich auf Materielles und VergĂ€ngliches beziehen.
âą die Seelen, die zwar der Welt des UnvergĂ€nglichen entstammen, aber zur Erde hinabsteigen und dort menschliche Körper bewohnen. Sie nehmen eine Zwischenstellung zwischen der göttlichen Welt des reinen Seins und der tierischen und pflanzlichen des reinen Werdens ein und haben zu beiden Bereichen Zugang. Durch ihren Abstieg kommen sie mit dem Schlechten in Kontakt. Da ihnen die ausschlieĂliche Ausrichtung auf das Gute abhandengekommen ist, mĂŒssen sie herausfinden, was fĂŒr sie gut ist, und irrtumsanfĂ€llige Entscheidungen treffen. Das kann dazu fĂŒhren, dass sie eine ihrer guten Natur entgegengesetzte Disposition erhalten. Sie sind aber in der Lage, sich durch geistiges BemĂŒhen wiederum dem Guten zuzuwenden und damit das fĂŒr sie NaturgemĂ€Ăe zu verwirklichen. Wenn sie zu ihrer Heimat jenseits der MondsphĂ€re emporsteigen, sind sie von allen Ăbeln befreit.
âą die Seelen der Tiere und Pflanzen, die nur ihren irdischen Lebensraum kennen. Sie sind in ihren BetĂ€tigungen stets auf das Körperliche, dem sie verwandt sind, ausgerichtet. Da den Tieren die Vernunft fehlt, sind sie ihren nichtvernĂŒnftigen Begierden ausgeliefert. Das ist aber bei ihnen nichts Schlechtes, sondern fĂŒr sie naturgemĂ€Ă. Sie folgen dem Drang zur Erhaltung des Lebens; damit haben auch sie etwas Gutes als Ziel. Ihre Art, Ăbel zu erleben, ist abgestuft: Bei niederen Tieren handelt es sich um ein rein körperbezogenes Erleben, Ă€hnlich wie bei den Pflanzen; bei manchen höheren Tieren nĂ€hert sich die Erfahrung von Ăbeln der menschlichen.
Ethik
Das Interesse, das Simplikios der Seelenlehre und der Frage nach dem Schlechten entgegenbrachte, war â wie bei allen Neuplatonikern â praxisbezogen. Es ging ihm um die Verwertung der gewonnenen Erkenntnisse fĂŒr die LebensfĂŒhrung. In diesem Sinne stellte er am Anfang seines Epiktet-Kommentars fest, das HandbĂŒchlein des Stoikers wende sich an Leser, die nicht nur den Inhalt zur Kenntnis nehmen wollten, sondern auch bereit seien, sich von den Worten bewegen zu lassen und die RatschlĂ€ge in ihrem Leben umzusetzen. Das Ziel bestehe darin, die Seele so frei zu machen, dass sie nichts mehr fĂŒrchte, sich von nichts betrĂŒben lasse und von nichts unter ihr Stehendem ĂŒberwĂ€ltigt werden könne. Damit erreiche sie den naturgemĂ€Ăen Zustand, der ihr im Rahmen der Weltordnung zugedacht sei. Dieses Ziel war fĂŒr Simplikios auch das Leitprinzip seiner eigenen Arbeit als Kommentator. Er wollte Epiktets stoische Anleitung zu einem philosophischen Leben seinen von der platonisch-aristotelischen Denkweise geprĂ€gten Lesern nahebringen. Dabei legte er besonderen Wert darauf, BegrĂŒndungen zu bieten und den Sinn und Nutzen der Regeln und Mahnungen Epiktets verstĂ€ndlich zu machen.cite-ref-61[61]
GroĂes Gewicht legte Simplikios auf die Unterscheidung zwischen dem, was in der Macht des Menschen steht und in seine Verantwortung fĂ€llt, und dem, worauf man keinen Zugriff und Einfluss hat. Die Unterscheidung zwischen dem, âwas an uns liegtâ (ta ephâ hÄmĂn), und allem ĂŒbrigen war die Grundlage von Epiktets ethischem Programm. Epiktet forderte volle Konzentration auf den allein wesentlichen eigenen ZustĂ€ndigkeitsbereich, den es jederzeit zu erkennen gelte. Simplikios sah seine Aufgabe als Kommentator darin, dem Leser zu einem genaueren VerstĂ€ndnis dessen, was âan uns liegtâ, zu verhelfen. Dabei ging es ihm um die Angelegenheiten, ĂŒber welche die Seele freie Entscheidungen fĂ€llen kann. Nur in diesem Bereich liegt nach seiner Ăberzeugung die Ursache dafĂŒr, dass ein gutes Leben gut ist und ein schlechtes schlecht. Wenn die Seele gemÀà ihrer eigenen Natur tĂ€tig ist, ist sie frei und in der Lage, eine selbstbestimmte und ihr selbst zutrĂ€gliche Wahl zu treffen. Dann entscheidet sie nach einem Kriterium, das in ihr selbst liegt und ihrer guten Natur entspricht. Im Gegensatz zu unbeseelten Körpern ist sie selbstbewegt und damit Ursache ihrer eigenen Bewegungen und TĂ€tigkeiten. Daher kann sie sich aus eigener Kraft dem Einen und Guten, das ihr Ursprung ist, zuwenden und dann entsprechend handeln. DafĂŒr ist erforderlich, dass sie sich von den Bewegungen unabhĂ€ngig macht, die von auĂen initiiert sind. Aber auch von auĂen angeregte oder beeinflusste Meinungen und TĂ€tigkeiten der Seele sind nicht als etwas Fremdes zu betrachten, sondern als etwas Eigenes, denn die Seele selbst ist es, die sich das von auĂen Kommende zu eigen gemacht hat; es ist dann ihre eigene Bewegung. Alle ihre Impulse kommen aus ihr selbst, im Gegensatz zu einem GestoĂenwerden von auĂen.cite-ref-62[62]
Simplikios ging auf EinwĂ€nde ein, die gegen dieses Konzept erhoben werden können. Er setzte sich mit deterministischen und fatalistischen Vorstellungen auseinander, denen zufolge es âdas, was an uns liegtâ gar nicht gibt, weil menschliches Handeln von ZufĂ€llen oder Notwendigkeiten bestimmt wird und nicht von einem freien Willen.cite-ref-63[63]
In AnknĂŒpfung an Epiktets Rat, das Ziel kompromisslos zu verfolgen, meinte Simplikios, man solle es mit vollem Ernst und nicht beilĂ€ufig angehen. Epiketets Ansicht war, beim EinĂŒben einer vernĂŒnftigen, tugendhaften Haltung sei fĂŒr AnfĂ€nger ein gemĂ€Ăigtes Vorgehen nicht zweckmĂ€Ăig. Vielmehr solle sich ein PhilosophieschĂŒler radikal von seinen bisherigen fragwĂŒrdigen Gewohnheiten abwenden, um sich ganz auf sein gestecktes Ziel zu konzentrieren. Man solle mit kleinen Dingen beginnen, dabei aber konsequent sein. Schon Aristoteles hatte empfohlen, unerwĂŒnschten CharakterzĂŒgen zunĂ€chst hart entgegenzutreten; spĂ€ter könne der SchĂŒler dann, wenn er Einsicht gewonnen und seinen Charakter gut ausgebildet habe, die anfĂ€ngliche Strenge wieder abmildern, ohne dadurch Versuchungen zum Opfer zu fallen. Simplikios stimmte diesen Ăberlegungen zwar im Prinzip zu, distanzierte sich aber von Forderungen eines radikalen Stoizismus, die er fĂŒr unrealistisch hielt. Er konstatierte, kein Mensch könne seine Begierden gĂ€nzlich ausschalten. Zu schnelles Vorgehen hielt er fĂŒr schĂ€dlich. Nach seiner Lehre sollen irrationale Bestrebungen nicht unterdrĂŒckt oder gar vernichtet werden. Vielmehr kommt es nur darauf an, dass sie sich der Herrschaft der Vernunft unterordnen und damit ihren angemessenen Platz einnehmen. Hier griff Simplikios Platons Metapher des âKindes in unsâcite-ref-64[64] auf. Das âKindâ im Erwachsenen steht fĂŒr das Irrationale, das sich im Leben der Seele bemerkbar macht. Es ist vernunftlosen Impulsen ausgeliefert, strebt ungezĂŒgelt nach sinnlich Lustvollem und entwickelt aufgrund falscher Vorstellungen unnötige Angst. Dieses Kind soll nach platonischem VerstĂ€ndnis nicht umgebracht, sondern belehrt und ausgebildet werden. Simplikios befand, Bildung (Paideia) sei hauptsĂ€chlich âdie Verbesserung des Kindes in uns durch den PĂ€dagogen in unsâ.cite-ref-65[65]
Rezeption
Mittelalter
Arabischsprachiger Raum
Im arabischsprachigen Raum war Simplikios als SinbilÄ«qiyĆ«s bekannt. Zumindest die Kommentare zu den Kategorien und zum ersten Buch der Elemente Euklids wurden ins Arabische ĂŒbersetzt; im Jahr 987 fĂŒhrte sie der Gelehrte Ibn an-NadÄ«m in seinem KitÄb al-Fihrist an. Er nannte den Namen des Simplikios unter den Mathematikern und Astronomen, schrieb ihm aber auch einen Kommentar zu De anima zu, der ins Altsyrische ĂŒbersetzt worden sei und auch in einer arabischen Fassung vorliege. Schon der im spĂ€ten 9. Jahrhundert in Bagdad tĂ€tige persische Mathematiker an-NayrÄ«zÄ« hatte den Euklid-Kommentar in seinem eigenen Kommentar zu den Elementen ausgiebig zitiert. Auf die Angaben Ibn an-NadÄ«ms stĂŒtzte sich der Schriftsteller Ibn al-QiftÄ« (1172â1248), der Simplikios in seinem wissenschaftsgeschichtlichen Handbuch behandelte. Er bezeichnete ihn ebenfalls als Mathematiker und behauptete zusĂ€tzlich, er sei angesehen gewesen und habe Nachfolger gehabt, die nach ihm benannt worden seien, es habe also eine Schule des Simplikios gegeben.cite-ref-66[66]
Der 950 gestorbene Philosoph al-FÄrÄbÄ«, ein eifriger Verwerter antiken Gedankenguts, verwendete den Kategorien-Kommentar, ohne jemals den Namen des Autors zu nennen. Er teilte die harmonisierende Sichtweise des Simplikios.cite-ref-67[67] Auch der Philosoph Averroes (Ibn RuĆĄd, 1126â1198), in dessen Werken sich zahlreiche Ăbereinstimmungen mit Texten des Simplikios finden, erwĂ€hnte den Neuplatoniker nie. Mit dessen Argumentation gegen Philoponos war er so vertraut, dass einer Forschungsmeinung zufolge zu vermuten ist, dass er Zugang zu Material aus dem Physik-Kommentar hatte.cite-ref-68[68]
West- und Mitteleuropa
Im 12. Jahrhundert ĂŒbersetzte Gerhard von Cremona den Euklid-Kommentar an-NayrÄ«zÄ«s ins Lateinische. Dadurch wurden auch die darin enthaltenen Simplikios-Zitate im Westen bekannt. Gerhard gab den Namen des Philosophen als Sambelichius wieder.cite-ref-69[69] Um die Mitte des 13. Jahrhunderts verwertete Albert der GroĂe Gerhards Ăbersetzung fĂŒr seinen eigenen Euklid-Kommentar, wobei er auch von Simplikios stammendes Material ĂŒbernahm.cite-ref-70[70]
Den lateinischsprachigen spĂ€tmittelalterlichen Gelehrten West- und Mitteleuropas lagen nur zwei Schriften des Simplikios vor: die Kommentare zu den Kategorien und zu Ăber den Himmel, die Wilhelm von Moerbeke ins Lateinische ĂŒbertragen hatte. Moerbeke beendete die Ăbersetzung des Kategorien-Kommentars im MĂ€rz 1266, die des Kommentars zu Ăber den Himmel im Juni 1271. Schon frĂŒher â im Zeitraum 1235â1253 â hatte Robert Grosseteste eine TeilĂŒbersetzung des Kommentars zu Ăber den Himmel angefertigt.cite-ref-71[71] Der Kommentar zu den Kategorien wurde von zahlreichen Gelehrten des spĂ€ten 13. und des 14. Jahrhunderts herangezogen, darunter Thomas von Aquin, Heinrich von Gent, Aegidius Romanus und Johannes Duns Scotus, und entfaltete so eine starke Wirkung. Thomas schloss sich der von Simplikios vertretenen harmonisierenden Deutung des VerhĂ€ltnisses von Platon und Aristoteles an.cite-ref-72[72] Petrus de Alvernia verwertete in seinem Kommentar zu Ăber den Himmel eine FĂŒlle von Material aus dem einschlĂ€gigen Werk seines antiken VorgĂ€ngers, und Heinrich Bate nahm in seinem groĂen Handbuch Speculum divinorum et quorundam naturalium (Spiegel der göttlichen Dinge und gewisser Naturdinge) teils zustimmend, teils ablehnend zu Thesen Stellung, die Simplikios in seinem Kommentar zu Ăber den Himmel vorgetragen hatte.cite-ref-73[73] Duns Scotus hielt es fĂŒr nötig, eigens darauf hinzuweisen, dass dem Urteil der Vernunft ein höherer Rang gebĂŒhre als der AutoritĂ€t des Simplikios. Daraus ist ersichtlich, dass sich die Aristoteles-Kommentierung des Simplikios eines auĂerordentlichen Ansehens erfreute.cite-ref-74[74]
Byzantinisches Reich
Die byzantinische Prinzessin Theodora Rhaulaina, eine Nichte Kaiser Michaels VIII., schrieb im Zeitraum 1261â1282 den Physik-Kommentar des Simplikios ab. Dieser textkritisch besonders wichtige Codex ist erhalten geblieben und befindet sich heute im Historischen Museum in Moskau.cite-ref-75[75]
Der byzantinische Philosoph Georgios Gemistos Plethon (â 1452), ein Platoniker und Gegner des Aristotelismus, missbilligte die von Simplikios betriebene Harmonisierung der aristotelischen und der platonischen Philosophie. Er behauptete, Simplikios habe dies nur unternommen, um eine angebliche Eintracht der paganen Philosophen den Streitigkeiten unter den Christen vorteilhaft gegenĂŒberzustellen. Dabei habe er aber nichts Ăberzeugendes vorgebracht.cite-ref-76[76]
FrĂŒhe Neuzeit
Aristoteles-Kommentare
Im 15. Jahrhundert wurden die griechischen Originaltexte den Humanisten zugĂ€nglich. Johannes Argyropulos, ein in Italien lebender byzantinischer Humanist, und Palla Strozzi fertigten 1441/1443 eine Abschrift des Physik-Kommentars an.cite-ref-77[77] Kardinal Bessarion (1403â1472), einer der fĂŒhrenden Humanisten seiner Zeit, studierte den Kommentar zu Ăber den Himmel. Er hatte Zugang zu zwei Handschriften und bemĂŒhte sich um die Textkritik. Der aus Kreta stammende Gelehrte Zacharias Kallierges edierte 1499 in Venedig den Kategorien-Kommentar. Die Erstausgabe des Physik-Kommentars wurde 1526 als Aldine von Gian Francesco dâAsola herausgebracht.cite-ref-78[78] Im Januar 1527 publizierte dâAsola die erste griechische Ausgabe des Kommentars zu Ăber den Himmel; dabei handelte es sich allerdings nicht um den Originaltext, sondern um eine RĂŒckĂŒbersetzung der lateinischen Fassung Moerbekes. Erst 1865 wurde die erste Ausgabe des griechischen Originaltextes veröffentlicht. Der De anima-Kommentar wurde weiterhin allgemein als Werk des Simplikios betrachtet, wenngleich der Averroist Francesco Piccolomini (â 1604) in seinem 1602 publizierten De anima-Kommentar fĂŒr die Unechtheit eintrat. Die Erstausgabe erschien 1527 in Venedig.cite-ref-79[79] Die Hauptrolle bei der frĂŒhneuzeitlichen Rezeption von Simplikiosâ Aristoteles-Kommentierung spielten aber nicht die griechischen Textausgaben, sondern die humanistischen Ăbersetzungen ins Lateinische. In den 1540er Jahren wurden erstmals lateinische Ăbersetzungen aller erhaltenen Aristoteles-Kommentare gedruckt; es folgte im Lauf des 16. Jahrhunderts eine Reihe weiterer Drucke, die vom anhaltenden Interesse der Gelehrten an diesen Werken zeugen.cite-ref-80[80]
Kontrovers diskutiert wurde die Berechtigung der harmonisierenden (âkonkordistischenâ) Interpretation der Philosophiegeschichte durch die spĂ€tantiken Neuplatoniker, bei der sich besonders Simplikios hervorgetan hatte. Dabei machte sich der Einfluss aktueller weltanschaulicher GegensĂ€tze bemerkbar: Der konkordistisch eingestellte Humanist Agostino Steuco (1497â1548) verteidigte Simplikios, wĂ€hrend der Averroist Marco Antonio Zimara, ein Ă€lterer Zeitgenosse Steucos, und der antiplatonisch gesinnte Jesuit Benedictus Pererius (Benedetto Pereira; â 1610) den Konkordismus des Neuplatonikers zu widerlegen versuchten.cite-ref-81[81] Der Konkordismus in dem Simplikios zugeschriebenen De anima-Kommentar wurde von dem Aristoteliker Jacopo Zabarella (1533â1589), der sich der Platonisierung des Aristoteles widersetzte, nachdrĂŒcklich bekĂ€mpft.cite-ref-82[82]
Eine bedeutende Rolle spielte der fĂŒr authentisch gehaltene Kommentar zu De anima in den Debatten des 16. Jahrhunderts um die Intellektlehre. Averroistisch gesinnte Gelehrte beriefen sich auf Simplikios, in dem sie einen Vertreter der averroistischen Lehre von der Einheit und Einzigkeit des Intellekts sahen. Sie meinten, die Position des Simplikios stimme im Wesentlichen mit der des Averroes ĂŒberein. Diese Averroisten wurden als AnhĂ€nger des Simplikios oder âSimplikianerâ (Simpliciani) bezeichnet. Der namhafteste WortfĂŒhrer der Simplikianer war Marco Antonio Genua (â 1563), der in Padua, einer Hochburg des Averroismus, lehrte.cite-ref-83[83]
Galileo Galilei lieĂ in seinem 1632 publizierten Dialogo sopra i due massimi sistemi del mondo (Dialog ĂŒber die beiden hauptsĂ€chlichsten Weltsysteme), in dem er das kopernikanische dem ptolemĂ€ischen Weltbild entgegenstellte, drei GesprĂ€chsteilnehmer auftreten, darunter einen konsequenten Aristoteliker, der das ptolemĂ€ische System verteidigte und den er Simplicio nannte. Damit nahm er auf den antiken Aristoteles-Kommentator Bezug.cite-ref-84[84]
Epiktet-Kommentar
Das Interesse am Epiktet-Kommentar des Simplikios erwachte zunĂ€chst im Umkreis Bessarions, dessen SchĂŒler NiccolĂČ Perotti die Einleitung dieses Werks ins Lateinische ĂŒbersetzte und seiner Ăbersetzung des HandbĂŒchleins, die er 1451 Papst Nikolaus V. widmete, voranstellte. Angelo Poliziano verwertete 1479 den Kommentar fĂŒr seine Verteidigung des HandbĂŒchleins gegen die Kritik von Bartolomeo Scala. Er zog ihn auch fĂŒr seine lateinische Ăbersetzung des HandbĂŒchleins heran.cite-ref-85[85] Trotz des frĂŒhen Interesses humanistischer Kreise an der spĂ€tantiken Epiktet-Kommentierung kam die Erstausgabe erst 1528 in Venedig heraus. Agostino Steuco berief sich in seiner 1540 veröffentlichten Schrift De perenni philosophia (Ăber die ewige Philosophie) hĂ€ufig auf die Schrift des Simplikios. Dieser habe zwar das Christentum abgelehnt, aber wunderbarerweise dasselbe ĂŒber Gott gelehrt wie die Bibel. Seine Auffassung vom Guten, von der Willensfreiheit, der Vorsehung und der Aufgabe der Seele stimme mit der christlichen ĂŒberein. Dies konnte sich Steuco nur mit der Annahme erklĂ€ren, Simplikios sei von der christlichen Lehre beeinflusst worden.cite-ref-86[86]
Im Jahr 1546 erschien in Venedig die von Angelo Canini (Angelus Caninius) stammende erste vollstĂ€ndige lateinische Ăbersetzung des Epiktet-Kommentars; eine weitere, angefertigt von Hieronymus Wolf, wurde erstmals 1563 in Basel gedruckt. Eine neue Ausgabe des griechischen Textes, besorgt von Daniel Heinsius, erschien 1639, 1640 und 1646 in Leiden.
Im 17. Jahrhundert fand der Epiktet-Kommentar bei den Cambridger Platonikern Beachtung: John Smith fand darin eine BestĂ€tigung seiner Ăberzeugungen und Ralph Cudworth setzte sich mit dem Werk des Simplikios auseinander. Cudworth sah in dem antiken Philosophen zwar eine bedeutende AutoritĂ€t, nahm aber eine kritischere Haltung ein als Smith.cite-ref-87[87]
Moderne
FĂŒr Georg Wilhelm Friedrich Hegel war Simplikios âder gelehrteste und scharfsinnigste der griechischen Kommentatoren des Aristotelesâ. Zu Hegels Zeit war, wie er seinen Hörern mitteilen musste, von den Werken des Neuplatonikers âmehreresâ noch ungedruckt.cite-ref-88[88] Die erste moderne kritische Edition der Aristoteleskommentare des Simplikios wurde erst 1882 von der Berliner Akademie der Wissenschaften begonnen; 1907 erschien der letzte Band. Das Projekt stand unter der Leitung von Hermann Diels. Damals wurden die Kommentare vor allem als Quellen fĂŒr die Philosophiegeschichte frĂŒherer Epochen und fĂŒr die antike Aristoteles-Rezeption geschĂ€tzt. Unter diesem Gesichtspunkt urteilte der renommierte GrĂ€zist Ulrich von Wilamowitz-Moellendorff, der âtreffliche Simplikiosâ sei âein braver Mannâ gewesen und die Welt könne ihm nie genug fĂŒr die Erhaltung der BruchstĂŒcke aus verlorenen Ă€lteren Werken danken.cite-ref-89[89] Weniger Beachtung fand die philosophische Eigenleistung des Simplikios; die im 19. und frĂŒhen 20. Jahrhundert verbreitete GeringschĂ€tzung des spĂ€tantiken Neuplatonismus, der als zu spekulativ verrufen war, stand einer unbefangenen Beurteilung entgegen. In der zweiten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts intensivierte sich jedoch die Erforschung seiner Lehre. Seither wird seine umfassende Synthese von aristotelischem und neuplatonischem Gedankengut als bedeutende Leistung gewĂŒrdigt. Auch die Bescheidenheit seines Auftretens als Wissenschaftler findet Anerkennung.cite-ref-90[90]
Eduard Zeller (1903) befand, die Kommentare seien âdas Werk eines groĂen FleiĂes und einer umfassenden Gelehrsamkeitâ und böten eine âsorgfĂ€ltige und meist verstĂ€ndige ErklĂ€rungâ der ausgelegten Texte. Ganz verfehlt sei jedoch die Bestreitung erheblicher WidersprĂŒche zwischen Aristoteles und Platon. Simplikios habe kaum eine originelle philosophische Leistung erbracht, sondern sei nur âder denkende Bearbeiter einer gegebenen und in allen wesentlichen Beziehungen zu ihrem Abschluss gekommenen Lehreâ.cite-ref-91[91] Karl Praechter (1927) urteilte, Simplikios sei durch seine âgegenseitige ErgĂ€nzung und Temperierung platonischer und aristotelischer Denkart eine der anziehendsten Erscheinungen der ausgehenden Antikeâ. SchĂ€tzenswert sei seine âLiebe zu gediegener Gelehrsamkeit sowohl auf philosophischem und philologisch-literarischem Gebiete wie auf dem der exakten Wissenschaftenâ.cite-ref-92[92]
Richard Sorabji (1987) wĂŒrdigte den Gedanken des Simplikios, dass die physikalische RealitĂ€t als mit Eigenschaften ausgestattete Ausdehnung aufzufassen sei. Dieses Konzept sei zukunftsweisend gewesen; es sei ein VorlĂ€ufer eines modernen VerstĂ€ndnisses der physikalischen Gegebenheiten. Hier bestehe eine Parallele zum Denken von Albert Einstein, der ebenfalls diese Art, die physikalische Welt zu betrachten, favorisiert habe.cite-ref-93[93] Albrecht Dihle (1989) lobte die âzum Teil sehr scharfsinnigen eigenen Interpretationen der aristotelischen Texteâ.cite-ref-94[94] Jens Halfwassen (2004) hob hervor, dass die Aristoteles-Kommentare âeinen immensen Reichtum an Informationen ĂŒber die gesamte antike Philosophieâ mit âphilologischer Sorgfalt und hohem philosophischem Niveauâ verbĂ€nden. Allerdings sei Simplikios als spekulativer Denker Damaskios deutlich unterlegen.cite-ref-95[95]
Textausgaben und Ăbersetzungen
Kritische Ausgaben (teilweise mit Ăbersetzung)
Aristoteles-Kommentare
âą Hermann Diels (Hrsg.): Simplicii in Aristotelis physicorum libros quattuor priores commentaria (= Commentaria in Aristotelem Graeca. Band 9). Georg Reimer, Berlin 1882.
âą Hermann Diels (Hrsg.): Simplicii in Aristotelis physicorum libros quattuor posteriores commentaria (= Commentaria in Aristotelem Graeca. Band 10). Georg Reimer, Berlin 1895.
âą Pantelis Golitsis, Philippe Hoffmann (Hrsg.): Commentaire Ă la Physique dâAristote: Digressions sur le lieu et sur le temps. Ădition critique avec introduction et traduction (= Commentaria in Aristotelem Graeca et Byzantina. Series Academica. Band 9). Walter de Gruyter, Berlin 2024, ISBN 978-3-11-078600-2 (mit französischer Ăbersetzung).
âą Michael Hayduck (Hrsg.): Simplicii in libros Aristotelis de anima commentaria (= Commentaria in Aristotelem Graeca. Band 11). Georg Reimer, Berlin 1882 (nach einer verbreiteten Forschungsmeinung zu Unrecht Simplikios zugeschrieben).
âą Johan L. Heiberg (Hrsg.): Simplicii in Aristotelis de caelo commentaria (= Commentaria in Aristotelem Graeca. Band 7). Georg Reimer, Berlin 1894.
âą Karl Kalbfleisch (Hrsg.): Simplicii in Aristotelis categorias commentarium (= Commentaria in Aristotelem Graeca. Band 8). Georg Reimer, Berlin 1907.
Epiktet-Kommentar
âą Ilsetraut Hadot (Hrsg.): Simplicius: Commentaire sur le Manuel dâĂpictĂšte. Brill, Leiden 1996, ISBN 90-04-09772-4.
âą Ilsetraut Hadot (Hrsg.): Simplicius: Commentaire sur le Manuel dâĂpictĂšte. Les Belles Lettres, Paris 2001 ff. (mit französischer Ăbersetzung).
âą Band 1: Chapitres IâXXIX, 2001, ISBN 2-251-00493-9.
Ăbersetzungen
deutsch
âą Erwin Sonderegger: Simplikios: Ăber die Zeit. Ein Kommentar zum Corollarium de tempore. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1982, ISBN 3-525-25166-1, S. 140â174 (Ăbersetzung des Corollarium de tempore; online).
englisch
âą Simplicius: On Aristotle, Categories 1â4, ĂŒbersetzt von Michael Chase. Duckworth, London 2003, ISBN 0-7156-3197-7.
âą Simplicius: On Aristotle, Categories 5â6, ĂŒbersetzt von Frans A. J. de Haas und Barrie Fleet. Duckworth, London 2001, ISBN 0-7156-3037-7.
âą Simplicius: On Aristotleâs âCategories 7â8â, ĂŒbersetzt von Barrie Fleet. Cornell University Press, Ithaca (N.Y.) 2002, ISBN 0-8014-3839-X.
âą Simplicius: On Aristotleâs âCategories 9â15â, ĂŒbersetzt von Richard Gaskin. Cornell University Press, Ithaca (N.Y.) 2000, ISBN 0-8014-3691-5.
âą Simplicius: On Aristotle, On the Heavens 1.1â4, ĂŒbersetzt von Robert James Hankinson. Duckworth, London 2002, ISBN 0-7156-3070-9.
âą Simplicius: On Aristotle, On the Heavens 1.2â3, ĂŒbersetzt von Ian Mueller. Bloomsbury, London 2014, ISBN 978-1-4725-5791-9.
âą Simplicius: On Aristotle, On the Heavens 1.3â4, ĂŒbersetzt von Ian Mueller. Bristol Classical Press, London 2011, ISBN 978-0-7156-4063-0.
âą Simplicius: On Aristotle, On the Heavens 1.5â9, ĂŒbersetzt von Robert James Hankinson. Duckworth, London 2004, ISBN 0-7156-3231-0.
âą Simplicius: On Aristotleâs âOn the Heavens 1.10â12â, ĂŒbersetzt von Robert James Hankinson. Cornell University Press, Ithaca (N.Y.) 2006, ISBN 0-8014-4216-8.
âą Simplicius: On Aristotle, On the Heavens 2.1â9, ĂŒbersetzt von Ian Mueller. Duckworth, London 2004, ISBN 0-7156-3200-0.
âą Simplicius: On Aristotle, On the Heavens 2.10â14, ĂŒbersetzt von Ian Mueller. Duckworth, London 2005, ISBN 0-7156-3342-2.
âą Simplicius: On Aristotle, On the Heavens 3.1â7, ĂŒbersetzt von Ian Mueller. Bloomsbury, London 2009, ISBN 978-1-4725-5784-1.
âą Simplicius: On Aristotle, On the Heavens 3.7â4.6, ĂŒbersetzt von Ian Mueller. Bloomsbury, London 2014, ISBN 978-1-4725-5785-8.
âą Simplicius: On Aristotle, Physics 1.3â4, ĂŒbersetzt von Pamela Huby und Christopher Charles Whiston Taylor. Bloomsbury, London 2011, ISBN 978-0-7156-3921-4.
âą Simplicius: On Aristotle, Physics 1.5â9, ĂŒbersetzt von Han Baltussen u. a. Bloomsbury, London 2014, ISBN 978-1-4725-5786-5.
âą Simplicius: On Aristotle, Physics 2, ĂŒbersetzt von Barrie Fleet. Duckworth, London 1997, ISBN 0-7156-2732-5.
âą Simplicius: On Aristotle, Physics 3, ĂŒbersetzt von James O. Urmson. Duckworth, London 2002, ISBN 0-7156-3067-9.
âą Simplicius: On Aristotle, Physics 4.1â5, 10â14, ĂŒbersetzt von James O. Urmson. Duckworth, London 1992, ISBN 0-7156-2434-2.
âą Simplicius: On Aristotle, Physics 5, ĂŒbersetzt von James O. Urmson. Bloomsbury, London 2014, ISBN 978-1-4725-5846-6.
âą Simplicius on Aristotleâs Physics 6, ĂŒbersetzt von David Konstan. Cornell University Press, Ithaca (N.Y.) 1989, ISBN 0-8014-2238-8.
âą Simplicius: On Aristotle, Physics 7, ĂŒbersetzt von Charles Hagen. Duckworth, London 1994, ISBN 0-7156-2485-7.
âą Simplicius: On Aristotle, Physics 8.1â5, ĂŒbersetzt von IstvĂĄn BodnĂĄr, Michael Chase und Michael Share. Bloomsbury, London 2014, ISBN 978-1-4725-3917-5.
âą Simplicius: On Aristotle, Physics 8.6â10, ĂŒbersetzt von Richard McKirahan. Duckworth, London 2001, ISBN 0-7156-3039-3.
âą Simplicius: Corollaries on Place and Time, ĂŒbersetzt von James O. Urmson. Duckworth, London 1992, ISBN 0-7156-2252-8.
âą Simplicius: On Aristotle, On the Soul 1.1â2.4, ĂŒbersetzt von James O. Urmson. Bloomsbury, London 2014, ISBN 978-1-4725-5843-5 (Kommentar zu De anima, dessen AuthentizitĂ€t umstritten ist).
âą Priscian: On Theophrastus on Sense-Perception, with âSimpliciusâ: On Aristotle, On the Soul 2.5â12, ĂŒbersetzt von Pamela Huby und Carlos Steel. Bloomsbury, London 2014, ISBN 978-1-4725-5847-3 (Kommentar zu De anima, dessen AuthentizitĂ€t umstritten ist).
âą Simplicius: On Aristotle, On the Soul 3.1â5, ĂŒbersetzt von Henry J. Blumenthal. Bloomsbury, London 2013, ISBN 978-0-7156-2896-6 (Kommentar zu De anima, dessen AuthentizitĂ€t umstritten ist).
âą âSimpliciusâ: On Aristotle, On the Soul 3.6â13, ĂŒbersetzt von Carlos Steel. Bristol Classical Press, London 2013, ISBN 978-1-78093-208-8 (Kommentar zu De anima, dessen AuthentizitĂ€t umstritten ist).
âą Simplicius: On Epictetus, Handbook 1â26, ĂŒbersetzt von Charles Brittain und Tad Brennan. Duckworth, London 2002, ISBN 0-7156-3068-7.
âą Simplicius: On Epictetus, Handbook 27â53, ĂŒbersetzt von Tad Brennan und Charles Brittain. Duckworth, London 2002, ISBN 0-7156-3069-5.
französisch
âą Simplicius: Commentaire sur les CatĂ©gories. Traduction commentĂ©e, ĂŒbersetzt von Ilsetraut Hadot. Brill, Leiden 1990
âą Fascicule 1: Introduction, premiĂšre partie. ISBN 90-04-09015-0.
⹠Fascicule 3: Préambule aux Catégories. Commentaire au premier chapitre des Catégories. ISBN 90-04-09016-9.
âą Simplicius: Commentaire sur les CatĂ©gories dâAristote. Chapitres 2 Ă 4, ĂŒbersetzt von Philippe Hoffmann, kommentiert von Concetta Luna. Les Belles Lettres, Paris 2001, ISBN 2-251-18001-X.
arabisch (mittelalterlich)
âą RĂŒdiger Arnzen (Hrsg.): AbĆ« l-Ê»AbbÄs an-NayrÄ«zÄ«s Exzerpte aus (Ps.-?)Simpliciusâ Kommentar zu den Definitionen, Postulaten und Axiomen in Euclids Elementa I. Selbstverlag, Köln 2002, ISBN 3-00-009172-6.
lateinisch (mittelalterlich)
âą Simplicius: Commentaire sur les CatĂ©gories dâAristote. Traduction de Guillaume de Moerbeke, hrsg. von Adriaan Pattin, 1971â1975 (kritische Ausgabe)
âą Band 1. Publications Universitaires, Louvain 1971.
âą Band 2. Brill, Leiden 1975, ISBN 90-04-04250-4.
âą Simplicius: Commentaire sur le traitĂ© Du ciel dâAristote. Traduction de Guillaume de Moerbeke. University Press, Leuven 2004 ff. (kritische Ausgabe)
âą Band 1, hrsg. von Fernand Bossier, 2004, ISBN 90-5867-404-5.
lateinisch (humanistisch)
âą Simplicius: Commentarium in decem Categorias Aristotelis. Ăbersetzt von Guillelmus Dorotheus. Neudruck der Ausgabe Venedig 1540, hrsg. von Rainer Thiel und Charles Lohr. Frommann-Holzboog, Stuttgart-Bad Cannstatt 1999, ISBN 3-7728-1220-1 (mit Einleitung).
Literatur
Ăbersichtsdarstellungen
âą Han Baltussen: Simplikios. In: Christoph Riedweg u. a. (Hrsg.): Philosophie der Kaiserzeit und der SpĂ€tantike (= Grundriss der Geschichte der Philosophie. Die Philosophie der Antike. Band 5/3). Schwabe, Basel 2018, ISBN 978-3-7965-3700-4, S. 2060â2084, 2174â2181.
âą Han Baltussen: Simplicius of Cilicia. In: Lloyd P. Gerson (Hrsg.): The Cambridge History of Philosophy in Late Antiquity. Band 2, Cambridge University Press, Cambridge 2010, ISBN 978-0-521-19484-6, S. 711â732, 1137â1143.
âą Richard Goulet, Elisa Coda: Simplicius de Cilicie. In: Richard Goulet (Hrsg.): Dictionnaire des philosophes antiques. Band 6, CNRS Ăditions, Paris 2016, ISBN 978-2-271-08989-2, S. 341â394, 1273â1275.
âą Rainer Thiel: Simplikios. In: Christian Hornung u. a. (Hrsg.): Reallexikon fĂŒr Antike und Christentum. Band 30, Stuttgart 2020, Sp. 609â622.
Aufsatzsammlung
âą Ilsetraut Hadot (Hrsg.): Simplicius. Sa vie, son Ćuvre, sa survie. De Gruyter, Berlin 1987, ISBN 3-11-010924-7.
Untersuchungen zu einzelnen Themen
âą Han Baltussen: Philosophy and Exegesis in Simplicius. The Methodology of a Commentator. Duckworth, London 2008, ISBN 978-0-7156-3500-1.
âą Alan C. Bowen: Simplicius on the Planets and Their Motions. In Defense of a Heresy. Brill, Leiden/Boston 2013, ISBN 978-90-04-22708-8.
âą Pantelis Golitsis: Les Commentaires de Simplicius et de Jean Philopon Ă la Physique dâAristote. Tradition et Innovation. De Gruyter, Berlin 2008, ISBN 978-3-11-019541-5.
âą Ilsetraut Hadot: Le nĂ©oplatonicien Simplicius Ă la lumiĂšre des recherches contemporaines. Un bilan critique. Academia Verlag, Sankt Augustin 2014. Englische Ăbersetzung: Simplicius the Neoplatonist in light of contemporary research. A critical review (= Academia Philosophical Studies. Band 67). Academia Verlag, Baden-Baden 2020, ISBN 978-3-89665-894-4 (wissenschaftliche Rezension).
âą Erwin Sonderegger: Simplikios: Ăber die Zeit. Ein Kommentar zum Corollarium de tempore (= Hypomnemata. Heft 70). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1982, ISBN 3-525-25166-1 (Dissertation UniversitĂ€t ZĂŒrich 1979; online).
âą Philippe Soulier: Simplicius et lâinfini. Les Belles Lettres, Paris 2014, ISBN 978-2-251-42016-5.
âą Christian Vogel: Stoische Ethik und platonische Bildung. Simplikiosâ Kommentar zu Epiktets HandbĂŒchlein der Moral. Winter, Heidelberg 2013, ISBN 978-3-8253-6266-9 (Rezension von John Dillon).
Weblinks
âą Literatur von und ĂŒber Simplikios im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
âą Kategorien-Kommentar des Simplikios (griechisch; Digitalisat der Erstausgabe, Venedig 1499)
âą Christoph Helmig: Simplicius. In: Edward N. Zalta (Hrsg.): Stanford Encyclopedia of Philosophy.
Anmerkungen
cite-note-22. â Siehe dazu Richard Sorabji: Divine names and sordid deals in Ammoniusâ Alexandria. In: Andrew Smith (Hrsg.): The Philosopher and Society in Late Antiquity. Swansea 2005, S. 203â213.
cite-note-33. â Johannes Malalas, Chronik 18,47; zur TextĂŒberlieferung siehe Edward Watts: Justinian, Malalas, and the End of Athenian Philosophical Teaching in A.D. 529. In: The Journal of Roman Studies 94, 2004, S. 168â182, hier: 171 f.; zur Datierung und zum Hintergrund James Allan Stewart Evans: The Age of Justinian. London 1996, S. 67â71.
cite-note-44. â Zur Datierung siehe Udo Hartmann: Geist im Exil. Römische Philosophen am Hof der Sasaniden. In: Monika Schuol u. a. (Hrsg.): GrenzĂŒberschreitungen. Formen des Kontakts zwischen Orient und Okzident im Altertum. Stuttgart 2002, S. 123â160, hier: 135â138; Ilsetraut Hadot: Dans quel lieu le nĂ©oplatonicien Simplicius a-t-il fondĂ© son Ă©cole de mathĂ©matiques, et oĂč a pu avoir lieu son entretien avec un manichĂ©en? In: The International Journal of the Platonic Tradition 1, 2007, S. 42â107, hier: 44â49.
cite-note-55. â Agathias, Historien 2,30,3â4.
cite-note-66. â Ilsetraut Hadot: The life and work of Simplicius in Greek and Arabic sources. In: Richard Sorabji (Hrsg.): Aristotle Transformed. The Ancient Commentators and Their Influence. 2., ĂŒberarbeitete Auflage, London 2016, S. 295â326, hier: 306.
cite-note-77. â Agathias, Historien 2,30,5â2,31,9. Siehe zum Hintergrund Rainer Thiel: Simplikios und das Ende der neuplatonischen Schule in Athen. Stuttgart 1999, S. 18â24; Udo Hartmann: Geist im Exil. Römische Philosophen am Hof der Sasaniden. In: Monika Schuol u. a. (Hrsg.): GrenzĂŒberschreitungen. Formen des Kontakts zwischen Orient und Okzident im Altertum. Stuttgart 2002, S. 123â160, hier: 149â154.
cite-note-88. â Einen Ăberblick ĂŒber die Ă€ltere Forschungsdiskussion bietet Philippe Hoffmann: Damascius. In: Richard Goulet (Hrsg.): Dictionnaire des philosophes antiques. Band 2, Paris 1994, S. 541â593, hier: 562 f. Siehe auch Paul Foulkes: Where was Simplicius? In: The Journal of Hellenic Studies 112, 1992, S. 143 und Udo Hartmann: Geist im Exil. Römische Philosophen am Hof der Sasaniden. In: Monika Schuol u. a. (Hrsg.): GrenzĂŒberschreitungen. Formen des Kontakts zwischen Orient und Okzident im Altertum. Stuttgart 2002, S. 123â160, hier: 138 f. BefĂŒrwortet wird Tardieus Hypothese unter anderem von Ilsetraut Hadot: Dans quel lieu le nĂ©oplatonicien Simplicius a-t-il fondĂ© son Ă©cole de mathĂ©matiques, et oĂč a pu avoir lieu son entretien avec un manichĂ©en? In: The International Journal of the Platonic Tradition 1, 2007, S. 42â107, Polymnia Athanassiadi: Persecution and response in late paganism: the evidence of Damascius. In: The Journal of Hellenic Studies 113, 1993, S. 1â29, hier: 24â29, Rainer Thiel: Simplikios und das Ende der neuplatonischen Schule in Athen. Stuttgart 1999, S. 42â55, Richard Sorabji: Introduction. In: Robert J. Hankinson (Ăbersetzer): Simplicius: On Aristotle, On the Heavens 1.1â4. London 2002, S. 4 f. und â nach frĂŒheren Zweifeln â Han Baltussen: Simplicius of Cilicia. In: Lloyd P. Gerson (Hrsg.): The Cambridge History of Philosophy in Late Antiquity. Band 2, Cambridge 2010, S. 711â732, hier: 712 (vgl. Han Baltussen: Philosophy and Exegesis in Simplicius. London 2008, S. 48â51). Zu den ablehnenden Stellungnahmen zĂ€hlen: Robin Lane Fox: Harran, the Sabians and the late Platonist âmoversâ. In: Andrew Smith (Hrsg.): The Philosopher and Society in Late Antiquity. Swansea 2005, S. 231â244, Pantelis Golitsis: Les Commentaires de Simplicius et de Jean Philopon Ă la Physique dâAristote. Berlin 2008, S. 20 f. und Concetta Luna: Rezension von Rainer Thiel: Simplikios und das Ende der neuplatonischen Schule in Athen. In: Mnemosyne 54, 2001, S. 482â504; Edward Watts: Where to Live the Philosophical Life in the Sixth Century? Damascius, Simplicius, and the Return from Persia. In: Greek, Roman, and Byzantine Studies 45, 2005, S. 285â315.
cite-note-99. â Ăberblick bei Christoph Helmig: Review of Ilsetraut Hadot, Simplicius the Neoplatonist in light of contemporary research. Bryn Mawr Classical Review, Nummer 2022.12.10, abgerufen am 12. Dezember 2022.
cite-note-1010. â Ilsetraut Hadot (Hrsg.): Simplicius: Commentaire sur le Manuel dâĂpictĂšte. Leiden 1996, S. 8â24; Philippe Hoffmann: Les bibliothĂšques philosophiques dâaprĂšs le tĂ©moignage de la littĂ©rature nĂ©oplatonicienne des Ve et VIe siĂšcles. In: Cristina DâAncona (Hrsg.): The Libraries of the Neoplatonists. Leiden 2007, S. 135â153, hier: 141â144.
cite-note-1111. â Simplikios, In De caelo 26,17â19. Siehe dazu Rainer Thiel: Simplikios und das Ende der neuplatonischen Schule in Athen. Stuttgart 1999, S. 28â30.
cite-note-1212. â Pantelis Golitsis: Les Commentaires de Simplicius et de Jean Philopon Ă la Physique dâAristote. Berlin 2008, S. 19.
cite-note-1313. â Han Baltussen: Simplicius of Cilicia. In: Lloyd P. Gerson (Hrsg.): The Cambridge History of Philosophy in Late Antiquity. Band 2, Cambridge 2010, S. 711â732, hier: 711; Christoph Helmig: Simplicius. In: The Stanford Encyclopedia of Philosophy. Summer 2020 Auflage. Metaphysics Research Lab, Stanford University, 2020 (stanford.edu [abgerufen am 24. August 2021]).
cite-note-1414. â Eine EinfĂŒhrung bietet Richard Sorabji: Introduction. In: James O. Urmson (Ăbersetzer): Simplicius: Corollaries on Place and Time. London 1992, S. 1â10.
cite-note-1515. â Rainer Thiel: Stoische Ethik und neuplatonische Tugendlehre. In: Therese Fuhrer, Michael Erler (Hrsg.): Zur Rezeption der hellenistischen Philosophie in der SpĂ€tantike. Stuttgart 1999, S. 93â103, hier: 101 f.
cite-note-1616. â Han Baltussen: Simplicius of Cilicia. In: Lloyd P. Gerson (Hrsg.): The Cambridge History of Philosophy in Late Antiquity. Band 2, Cambridge 2010, S. 711â732, hier: 715 f., 725 f.
cite-note-1717. â Michael Chase (Ăbersetzer): Simplicius: On Aristotle, Categories 1â4. London 2003, S. 8.
cite-note-1818. â Simplikios, In Categorias 7,23â29.
cite-note-1919. â Simplikios, In physica 991,27â29.
cite-note-2020. â Siehe zur Vorgehensweise des Simplikios Han Baltussen: Simplicius of Cilicia. In: Lloyd P. Gerson (Hrsg.): The Cambridge History of Philosophy in Late Antiquity. Band 2, Cambridge 2010, S. 711â732, hier: 715 f.; Han Baltussen: Simplicius and the Subversion of Authority. In: Antiquorum Philosophia 3, 2009, S. 121â136.
cite-note-2121. â Edition: RĂŒdiger Arnzen (Hrsg.): AbĆ« l-Ê»AbbÄs an-NayrÄ«zÄ«s Exzerpte aus (Ps.-?)Simpliciusâ Kommentar zu den Definitionen, Postulaten und Axiomen in Euclids Elementa I. Köln 2002; Arnzen hĂ€lt die AuthentizitĂ€t fĂŒr unsicher, siehe S. XXXVI und Anmerkung 22. Englische Ăbersetzung: Anthony Lo Bello: The Commentary of al-Nayrizi on Book I of Euclidâs Elements of Geometry. Boston/Leiden 2003, S. 86â203 und Anthony Lo Bello: The Commentary of al-Nayrizi on Books IIâIV of Euclidâs Elements of Geometry. With a Translation of That Portion of Book I Missing from MS Leiden Or. 399.1 but Present in the Newly Discovered Qom Manuscript Edited by RĂŒdiger Arnzen. Leiden 2009, S. 1â19. Vgl. Ilsetraut Hadot (Hrsg.): Simplicius: Commentaire sur le Manuel dâĂpictĂšte, Leiden 1996, S. 5 und Anmerkung 14 und Abdelhamid I. Sabra: Simpliciusâs Proof of Euclidâs Parallels Postulate. In: Journal of the Warburg and Courtauld Institutes 32, 1969, S. 1â24.
cite-note-2222. â Dieser Kommentar ist in einem Bibliothekskatalog des 14. Jahrhunderts angefĂŒhrt, siehe Ilsetraut Hadot (Hrsg.): Simplicius: Commentaire sur le Manuel dâĂpictĂšte. Leiden 1996, S. 6 Anmerkung 20.
cite-note-2323. â Ilsetraut Hadot (Hrsg.): Simplicius: Commentaire sur le Manuel dâĂpictĂšte. Band 1, Paris 2001, S. XXXIX; Ilsetraut Hadot: The life and work of Simplicius in Greek and Arabic sources. In: Richard Sorabji (Hrsg.): Aristotle Transformed. The Ancient Commentators and Their Influence. 2., ĂŒberarbeitete Auflage, London 2016, S. 295â326, hier: 316â318.
cite-note-2424. â Ilsetraut Hadot: The life and work of Simplicius in Greek and Arabic sources. In: Richard Sorabji (Hrsg.): Aristotle Transformed. The Ancient Commentators and Their Influence. 2., ĂŒberarbeitete Auflage, London 2016, S. 295â326, hier: 316f., 319â323; Ilsetraut Hadot (Hrsg.): Simplicius: Commentaire sur le Manuel dâĂpictĂšte. Leiden 1996, S. 6 Anmerkung 17; Ilsetraut Hadot (Hrsg.): Simplicius: Commentaire sur le Manuel dâĂpictĂšte. Band 1, Paris 2001, S. XXVâXXXVIII.
cite-note-2525. â Proclus: Commentaire sur le TimĂ©e. Ăbersetzt von AndrĂ©-Jean FestugiĂšre. Band 1, Paris 1966, S. 230 Anmerkung 5 (griechischer Text und französische Ăbersetzung).
cite-note-2626. â Ilsetraut Hadot: The life and work of Simplicius in Greek and Arabic sources. In: Richard Sorabji (Hrsg.): Aristotle Transformed. The Ancient Commentators and Their Influence. 2., ĂŒberarbeitete Auflage, London 2016, S. 295â326, hier: 312â316 (vgl. S. XXXII f.); Ilsetraut Hadot: Simplicius or Priscianus? On the Author of the Commentary on Aristotleâs De Anima (CAG XI): A Methodological Study. In: Mnemosyne 55, 2002, S. 159â199. Daneben siehe etwa Gary Gabor: The Authorship of the Pseudo-Simplician Neoplatonic Commentary on the De Anima. In: Proceedings of the Boston Area Colloquium of Ancient Philosophy 35, 1, S. 1â22 (online).
cite-note-2727. â Eine ForschungsĂŒbersicht bietet Matthias Perkams: Priscien de Lydie. In: Richard Goulet (Hrsg.): Dictionnaire des philosophes antiques. Band 5, Teil 2, Paris 2012, S. 1514â1521, hier: 1517â1521. Zu den Forschungsmeinungen und den Argumenten dafĂŒr ĂŒberblicksweise Christoph Helmig: Review of Ilsetraut Hadot, Simplicius the Neoplatonist in light of contemporary research. Bryn Mawr Classical Review, Nummer 2022.12.10, abgerufen am 12. Dezember 2022.
cite-note-2828. â Carlos Steel: Introduction. In: Pamela Huby, Carlos Steel (Ăbersetzer): Priscian: On Theophrastus on Sense-Perception, with âSimpliciusâ: On Aristotle, On the Soul 2.5â12. London 2014, S. 105â140.
cite-note-2929. â Matthias Perkams: Priscian of Lydia, Commentator on the De anima in the Tradition of Iamblichus. In: Mnemosyne 58, 2005, S. 510â530; Matthias Perkams: Selbstbewusstsein in der SpĂ€tantike. Berlin 2008, S. 149â153.
cite-note-3030. â John F. Finamore, John M. Dillon (Hrsg.): Iamblichus De anima. Leiden 2002, S. 18â24.
cite-note-3131. â Henry J. Blumenthal (Ăbersetzer): âSimpliciusâ: On Aristotle, On the Soul 3.1â5. London 2000, S. 1â7.
cite-note-3232. â Pamela Huby: Theophrastus of Eresus. Sources for his life, writings, thought and influence. Commentary. Band 4: Psychology (Texts 265â327). Leiden 1999, S. 65.
cite-note-3333. â Teilweise wird abgelehnt, dass sich diese Scholien tatsĂ€chlich auf einen verlorenen Metaphysik-Kommentar des Simplikios beziehen, etwa bei Marwan Rashed: Traces dâun commentaire de Simplicius sur la MĂ©taphysique Ă Byzance? In: Revue des Sciences philosophiques et thĂ©ologiques 84, 2000, S. 275â284.
cite-note-3434. â Sascha Salatowsky: De Anima. Amsterdam 2006, S. 17.
cite-note-3535. â Han Baltussen: Simplicius of Cilicia. In: Lloyd P. Gerson (Hrsg.): The Cambridge History of Philosophy in Late Antiquity. Band 2, Cambridge 2010, S. 711â732, hier: 715â717, 720, 725 f.; Constance Blackwell: Neo-Platonic modes of concordism versus definitions of difference. In: Stephen Clucas u. a. (Hrsg.): Laus Platonici Philosophi. Leiden 2011, S. 317â342, hier: 322â324; Heinrich Dörrie, Matthias Baltes: Der Platonismus in der Antike. Band 3, Stuttgart-Bad Cannstatt 1993, S. 248â250; Rachel Barney: Simplicius: Commentary, Harmony, and Authority. In: Antiquorum Philosophia 3, 2009, S. 101â119.
cite-note-3636. â Simplikios, In physica 773.
cite-note-3737. â Alan C. Bowen: Simplicius on the Planets and Their Motions. Leiden 2013, S. 14 f., 27â38.
cite-note-3838. â Simplikios, In physica 601,26â603,22.
cite-note-3939. â Simplikios, In physica 604,12â605,5.
cite-note-4040. â Simplikios, In physica 608,4â5.
cite-note-4141. â Simplikios, In physica 623,1â19.
cite-note-4242. â Zu dieser Lehre siehe Gerard Verbeke: Ort und Raum nach Aristoteles und Simplikios. Eine philosophische Topologie. In: Johannes Irmscher, Reimar MĂŒller (Hrsg.): Aristoteles als Wissenschaftstheoretiker. Berlin 1983, S. 113â122, hier: 118â122; Richard Sorabji: Introduction. In: James O. Urmson (Ăbersetzer): Simplicius: Corollaries on Place and Time. London 1992, S. 1â10, hier 1â5.
cite-note-4343. â Richard Sorabji: Infinity and the Creation. In: Richard Sorabji (Hrsg.): Philoponus and the Rejection of Aristotelian Science. London 1987, S. 164â178; Alan C. Bowen: Simplicius on the Planets and Their Motions. Leiden 2013, S. 11â14; Philippe Hoffmann: Simpliciusâ Polemics. In: Richard Sorabji (Hrsg.): Philoponus and the Rejection of Aristotelian Science. London 1987, S. 57â83.
cite-note-4444. â Alan C. Bowen: Simplicius on the Planets and Their Motions. Leiden 2013, S. 38â52.
cite-note-4545. â Frans A. J. de Haas: Mathematik und PhĂ€nomene. Eine Polemik ĂŒber naturwissenschaftliche Methode bei Simplikios. In: Antike Naturwissenschaft und ihre Rezeption 10, 2000, S. 107â129.
cite-note-4646. â Siehe hierzu Barbara Botter: Il âricettacoloâ di materia e spazio in Timeo 48eâ53b. In: Carlo Natali, Stefano Maso (Hrsg.): Plato physicus. Amsterdam 2003, S. 165â187; Dana R. Miller: The Third Kind in Platoâs Timaeus. Göttingen 2003, S. 19â36. Vgl. Thomas Kjeller Johansen: Platoâs natural philosophy. Cambridge 2004, S. 127â132.
cite-note-4747. â Siehe dazu Richard Sorabji: Simplicius: Prime matter as extension. In: Ilsetraut Hadot (Hrsg.): Simplicius. Sa vie, son Ćuvre, sa survie. Berlin 1987, S. 148â165, hier: 148â153.
cite-note-4848. â Siehe dazu Richard Sorabji: Simplicius: Prime matter as extension. In: Ilsetraut Hadot (Hrsg.): Simplicius. Sa vie, son Ćuvre, sa survie. Berlin 1987, S. 148â165, hier: 148â155.
cite-note-4949. â Erwin Sonderegger: Simplikios: Ăber die Zeit. Göttingen 1982, S. 63â79; Hubert Meyer: Das Corollarium de Tempore des Simplikios und die Aporien des Aristoteles zur Zeit. Meisenheim 1969, S. 132â134.
cite-note-5050. â Simplikios, In physica 696,24; 700,1â3; 773,16â19; 795,29 f. Siehe zu der Problematik Richard Sorabji: Introduction. In: James O. Urmson (Ăbersetzer): Simplicius: Corollaries on Place and Time. London 1992, S. 5 f.; Hubert Meyer: Das Corollarium de Tempore des Simplikios und die Aporien des Aristoteles zur Zeit. Meisenheim 1969, S. 163â171; Erwin Sonderegger: Simplikios: Ăber die Zeit. Göttingen 1982, S. 130 f.
cite-note-5151. â Richard Sorabji: Introduction. In: James O. Urmson (Ăbersetzer): Simplicius: Corollaries on Place and Time. London 1992, S. 7â9.
cite-note-5252. â Irma Croese: Simplicius on Continuous and Instantaneous Change. Utrecht 1998, S. 87â120, 151â167.
cite-note-5353. â Hubert Meyer: Das Corollarium de Tempore des Simplikios und die Aporien des Aristoteles zur Zeit. Meisenheim 1969, S. 229â236.
cite-note-5454. â Erwin Sonderegger: Simplikios: Ăber die Zeit. Ein Kommentar zum Corollarium de tempore. Göttingen 1982, S. 130, 132 f., 135â137; Richard Sorabji: Introduction. In: James O. Urmson (Ăbersetzer): Simplicius: Corollaries on Place and Time. London 1992, S. 7â9.
cite-note-5555. â Simplikios, In enchiridion Epicteti 35,90â91.
cite-note-5656. â Ilsetraut Hadot (Hrsg.): Simplicius: Commentaire sur le Manuel dâĂpictĂšte. Leiden 1996, S. 140.
cite-note-5757. â Christian Vogel: Stoische Ethik und platonische Bildung. Heidelberg 2013, S. 269â272.
cite-note-5858. â Siehe zur Argumentation des Simplikios Christian Vogel: Stoische Ethik und platonische Bildung. Heidelberg 2013, S. 267 f.; Ilsetraut Hadot (Hrsg.): Simplicius: Commentaire sur le Manuel dâĂpictĂšte. Leiden 1996, S. 118â128, 140â144; Ilsetraut Hadot: Die Widerlegung des ManichĂ€ismus im Epiktetkommentar des Simplikios. In: Archiv fĂŒr Geschichte der Philosophie 51, 1969, S. 31â57, hier: 35â45, 54â56.
cite-note-5959. â Christian Vogel: Stoische Ethik und platonische Bildung. Heidelberg 2013, S. 177 f., 185â190, 216 f., 272 f.; Ian Mueller (Ăbersetzer): Simplicius: On Aristotle, On the Heavens 1.3â4. London 2011, S. 2, 7; Ilsetraut Hadot (Hrsg.): Simplicius: Commentaire sur le Manuel dâĂpictĂšte. Leiden 1996, S. 91.
cite-note-6060. â Siehe zu dieser Einteilung Christian Vogel: Stoische Ethik und platonische Bildung. Heidelberg 2013, S. 107â111, 273 f.; Ilsetraut Hadot (Hrsg.): Simplicius: Commentaire sur le Manuel dâĂpictĂšte. Leiden 1996, S. 84â86, 91 f.
cite-note-6161. â Siehe dazu Christian Vogel: Stoische Ethik und platonische Bildung. Heidelberg 2013, S. 81â89, 360â365.
cite-note-6262. â Siehe dazu Christian Vogel: Stoische Ethik und platonische Bildung. Heidelberg 2013, S. 96â124.
cite-note-6363. â Siehe dazu Christian Vogel: Stoische Ethik und platonische Bildung. Heidelberg 2013, S. 111â120.
cite-note-6464. â Platon, Phaidon 77e.
cite-note-6565. â Simplikios, In enchiridion Epicteti 249,70 f. Siehe dazu Christian Vogel: Stoische Ethik und platonische Bildung. Heidelberg 2013, S. 124â129, 137â141, 161â164, 200â202.
cite-note-6666. â Helmut GĂ€tje: Simplikios in der arabischen Ăberlieferung. In: Der Islam. Zeitschrift fĂŒr Geschichte und Kultur des islamischen Orients 59, 1982, S. 6â31.
cite-note-6767. â Michael Chase: The Medieval Posterity of Simpliciusâ Commentary on the Categories: Thomas Aquinas and al-FÄrÄbÄ«. In: Lloyd A. Newton: Medieval Commentaries on Aristotleâs Categories. Leiden 2008, S. 9â29, hier: 11 f., 17â19.
cite-note-6868. â Michael Chase: Simpliciusâ response to Philoponusâ attacks on Aristotleâs Physics 8.1. In: IstvĂĄn BodnĂĄr u. a. (Ăbersetzer): Simplicius: On Aristotle, Physics 8.1â5. London 2014, S. 1â16, hier: 10â12.
cite-note-6969. â Kritische Edition des lateinischen Textes der Ăbersetzung Gerhards: Paul M. J. E. Tummers (Hrsg.): The Latin translation of Anaritiusâ Commentary on Euclidâs Elements of Geometry Books IâIV. Nijmegen 1994 (Buch I: S. 1â72).
cite-note-7070. â Siehe zu Alberts Kommentar, dessen AuthentizitĂ€t bestritten worden ist, Anthony Lo Bello: The Commentary of Albertus Magnus on Book I of Euclidâs Elements of Geometry. Boston/Leiden 2003, S. XIVâXXIII.
cite-note-7171. â Fernand Bossier: Traductions latines et influences du commentaire In De caelo en Occident (XIIIeâXIVe s.). In: Ilsetraut Hadot (Hrsg.): Simplicius. Sa vie, son Ćuvre, sa survie. Berlin 1987, S. 289â325, hier: 289â293.
cite-note-7272. â Michael Chase: The Medieval Posterity of Simpliciusâ Commentary on the Categories: Thomas Aquinas and al-FÄrÄbÄ«. In: Lloyd A. Newton: Medieval Commentaries on Aristotleâs Categories. Leiden 2008, S. 9â29, hier: 11, 13â17; Adriaan Pattin (Hrsg.): Simplicius: Commentaire sur les CatĂ©gories dâAristote. Traduction de Guillaume de Moerbeke. Band 1, Louvain 1971, S. XVIIIâXXIII.
cite-note-7373. â Fernand Bossier: Traductions latines et influences du commentaire In De caelo en Occident (XIIIeâXIVe s.). In: Ilsetraut Hadot (Hrsg.): Simplicius. Sa vie, son Ćuvre, sa survie. Berlin 1987, S. 289â325, hier: 308â320.
cite-note-7474. â Adriaan Pattin (Hrsg.): Simplicius: Commentaire sur les CatĂ©gories dâAristote. Traduction de Guillaume de Moerbeke. Band 1, Louvain 1971, S. XXI.
cite-note-7575. â Dieter Harlfinger: Einige Aspekte der handschriftlichen Ăberlieferung des Physikkommentars des Simplikios. In: Ilsetraut Hadot (Hrsg.): Simplicius. Sa vie, son Ćuvre, sa survie. Berlin 1987, S. 267â286, hier: 267 f.
cite-note-7676. â François Masai: PlĂ©thon et le platonisme de Mistra. Paris 1956, S. 183 f.
cite-note-7777. â Leonardo TarĂĄn: The text of Simpliciusâ Commentary on Aristotleâs Physics. In: Ilsetraut Hadot (Hrsg.): Simplicius. Sa vie, son Ćuvre, sa survie. Berlin 1987, S. 246â266, hier: 258 f.
cite-note-7878. â Siehe dazu NĂ©stor-Luis Cordero: Analyse de lâĂ©dition aldine du commentaire de Simplicius Ă la Physique dâAristote. In: Hermes 105, 1977, S. 42â54; NĂ©stor-Luis Cordero: Les sources vĂ©nitiennes de lâĂ©dition aldine du Livre I du Commentaire de Simplicius sur la âPhysiqueâ dâAristote. In: Scriptorium 39, 1985, S. 70â88.
cite-note-7979. â Sascha Salatowsky: De Anima. Amsterdam 2006, S. 76 Anmerkung 169.
cite-note-8080. â Constance Blackwell: Neo-Platonic modes of concordism versus definitions of difference. In: Stephen Clucas u. a. (Hrsg.): Laus Platonici Philosophi. Leiden 2011, S. 317â342, hier: 319 f.
cite-note-8181. â Constance Blackwell: Neo-Platonic modes of concordism versus definitions of difference. In: Stephen Clucas u. a. (Hrsg.): Laus Platonici Philosophi. Leiden 2011, S. 317â342, hier: 320 f., 325â339.
cite-note-8282. â Sascha Salatowsky: De Anima. Amsterdam 2006, S. 138 f.
cite-note-8383. â Siehe zur Geschichte dieser Rezeption die ausfĂŒhrliche Darstellung von Bruno Nardi: Saggi sullâAristotelismo padovano dal secolo XIV al XVI. Firenze 1958, S. 365â442. Vgl. Carlos Steel: Introduction. In: Carlos Steel (Ăbersetzer): âSimpliciusâ: On Aristotle, On the Soul 3.6â13. London 2013, S. 29 f.
cite-note-8484. â Han Baltussen: Philosophy and Exegesis in Simplicius. London 2008, S. 3 f., 6.
cite-note-8585. â Zu Perotti und Poliziano siehe Pierre Hadot: La survie du Commentaire de Simplicius sur le Manuel dâĂpictĂšte du XVe au XVIIe siĂšcles: Perotti, Politien, Steuchus, John Smith, Cudworth. In: Ilsetraut Hadot (Hrsg.): Simplicius. Sa vie, son Ćuvre, sa survie. Berlin 1987, S. 326â367, hier: 327â337.
cite-note-8686. â Pierre Hadot: La survie du Commentaire de Simplicius sur le Manuel dâĂpictĂšte du XVe au XVIIe siĂšcles: Perotti, Politien, Steuchus, John Smith, Cudworth. In: Ilsetraut Hadot (Hrsg.): Simplicius. Sa vie, son Ćuvre, sa survie. Berlin 1987, S. 326â367, hier: 337â346.
cite-note-8787. â Pierre Hadot: La survie du Commentaire de Simplicius sur le Manuel dâĂpictĂšte du XVe au XVIIe siĂšcles: Perotti, Politien, Steuchus, John Smith, Cudworth. In: Ilsetraut Hadot (Hrsg.): Simplicius. Sa vie, son Ćuvre, sa survie. Berlin 1987, S. 326â367, hier: 346â355.
cite-note-8888. â Georg Wilhelm Friedrich Hegel: Vorlesungen ĂŒber die Geschichte der Philosophie I (= Werke. Band 18). Frankfurt 1986, S. 191.
cite-note-8989. â Ulrich von Wilamowitz-Moellendorff u. a.: Die griechische und lateinische Literatur und Sprache. 3., verbesserte Auflage, Leipzig/Berlin 1912, S. 283.
cite-note-9090. â Han Baltussen: Simplicius of Cilicia. In: Lloyd P. Gerson (Hrsg.): The Cambridge History of Philosophy in Late Antiquity. Band 2, Cambridge 2010, S. 711â732, hier: 714, 731 f.
cite-note-9191. â Eduard Zeller: Die Philosophie der Griechen in ihrer geschichtlichen Entwicklung. Teil 3, Abteilung 2, 4. Auflage, Leipzig 1903, S. 910â914.
cite-note-9292. â Karl Praechter: Simplicius (10). In: Paulys RealencyclopĂ€die der classischen Altertumswissenschaft. Band 3 A/1, Stuttgart 1927, Sp. 204â213, hier: 205, 212.
cite-note-9393. â Richard Sorabji: Simplicius: Prime matter as extension. In: Ilsetraut Hadot (Hrsg.): Simplicius. Sa vie, son Ćuvre, sa survie. Berlin 1987, S. 148â165, hier: 153â155.
cite-note-9494. â Albrecht Dihle: Die griechische und lateinische Literatur der Kaiserzeit. MĂŒnchen 1989, S. 503.
cite-note-9595. â Jens Halfwassen: Plotin und der Neuplatonismus. MĂŒnchen 2004, S. 163.